Was bedeutet D2C?
D2C bedeutet, dass der Hersteller einer Marke selbst an Endkunden verkauft. Der Begriff grenzt das Modell vom Vertrieb über Händler ab, bei dem du an einen Einzelhändler oder Großhändler lieferst und dieser an die Kundschaft verkauft.
Offenlegung: Harucon ist offizieller Partner von Shopify. Die Preise stammen von den Preisseiten der Hersteller (Stand 28.10.2026), die Bewertung ist unsere eigene.
| Modell | Wer verkauft an Endkunden? | Kundendaten | Wer zahlt die Kundengewinnung? |
|---|---|---|---|
| D2C (eigener Shop) | du | bei dir | du |
| Marktplatz (z. B. Amazon, Otto) | du, auf fremder Plattform | überwiegend beim Marktplatz | du, über Provision und Werbung |
| Wholesale (Handel) | der Händler | beim Händler | der Händler |
| B2C allgemein | jedes Unternehmen, das an Privatkunden verkauft | je nach Kanal | je nach Kanal |
B2C ist der Oberbegriff für jedes Geschäft mit Privatkunden. D2C ist der Teil davon, in dem die Marke selbst verkauft. Die meisten Brands kombinieren mehrere Modelle, etwa eigener Shop plus ein Marktplatz plus ausgewählte Händler.
Was bei D2C pro Bestellung übrig bleibt
Pro Bestellung bleibt dir der Nettopreis abzüglich Ware, Versand, Zahlung, Retouren und der Kosten, die du für die Kundin ausgegeben hast. Das Beispiel rechnet ein Produkt für 59,50 € brutto, also 50,00 € netto.
Vor Werbung bleiben 28,63 € je Bestellung. Der Median-CPA im Harucon-Konten-Snapshot liegt bei 27,55 €, die mittlere Hälfte der Konten zahlt 14,70 bis 56,99 € je Conversion. Bei diesem Wert bleibt aus der ersten Bestellung gut 1 € übrig, am oberen Ende der Spanne zahlst du drauf.
Der CPA aus Google Ads zählt jede Conversion, also auch Bestandskunden und Käufe über Brand-Suchen. Was eine echte Neukundin kostet, liegt deshalb meist höher. Deinen eigenen Wert rechnest du mit dem Deckungsbeitrag-Rechner und dem Ratgeber zu Unit Economics.
| Ein Kunde mit zwei Bestellungen | D2C (eigener Shop) | Wholesale |
|---|---|---|
| Erlös je Stück netto | 50,00 € | 25,00 € |
| Deckungsbeitrag 1. Bestellung | 1,08 € | 11,50 € |
| Deckungsbeitrag 2. Bestellung (per E-Mail, ohne Werbekosten) | 28,63 € | 11,50 € |
| Summe | 29,71 € | 23,00 € |
Für Wholesale nehmen wir an, dass ein Händler zum halben Nettopreis einkauft und du 1,00 € Versand je Stück an den Händler zahlst. D2C schlägt Wholesale in diesem Beispiel erst ab der zweiten Bestellung. Wiederkäufe sind für eine D2C-Brand deshalb Teil der Rechnung und kein Bonus.
In welcher Reihenfolge du eine D2C-Brand aufbaust
Du baust eine D2C-Brand von der Marge her auf: erst rechnen, dann produzieren, dann verkaufen, dann skalieren. Jeder Schritt hat einen eigenen Ratgeber oder Rechner.
- 01
Produkt und Marge
Lege Preis und Warenkosten so fest, dass nach Versand, Zahlung und Retouren Platz für Werbung bleibt. Den Rechenweg zeigt die Preiskalkulation, dazu gibt es den Rechner zum Marge berechnen und den Rechner zum Break-even-Point.
- 02
Hersteller
Anfrage, Muster, Mindestmenge und Zahlungsbedingungen. Der Ratgeber Hersteller finden zeigt auch, wie viel Kapital die Mindestmenge bindet.
- 03
Shop
Shopsystem, Plan und Startbudget. Den Weg mit Shopify beschreibt Onlineshop erstellen, die laufenden Gebühren stehen unter Shopify Kosten.
- 04
Warenwirtschaft
Ab dem zweiten Verkaufskanal brauchst du einen gemeinsamen Bestand. Systeme und Kosten je Bestellung vergleicht der Ratgeber zum Warenwirtschaftssystem.
- 05
Marktplätze
Amazon, Otto oder Kaufland bringen Reichweite gegen Provision. Den Deckungsbeitrag nach Gebühr rechnet der Marktplätze-Vergleich durch.
- 06
Erste Kunden
Kanäle, Budgets und Akquisekosten je Kanal zeigt Neukunden gewinnen. Wie Instagram und Facebook dazu passen, steht im Ratgeber Meta Ads für Onlineshops, welche Kanäle in welcher Phase wirken, zeigt die Customer Journey im E-Commerce.
- 07
Marke
Wer deinen Namen sucht, kauft günstiger. Wie du Markennachfrage misst, steht unter Marke aufbauen.
- 08
Wiederkauf
Die zweite Bestellung macht D2C profitabel. Wie du sie holst, beschreiben Kundenbindung im Onlineshop und das Abo-Modell für Onlineshops.
- 09
Skalieren
Budget nur dorthin, wo der ROAS über dem Break-even-ROAS liegt. Den Plan dazu beschreibt die E-Commerce Strategie, Wiederkäufe holt das Retention Marketing.
Was Audits über D2C-Brands zeigen
Audits zeigen, dass bei etablierten Brands der größte Teil des gemessenen Umsatzes über den eigenen Markennamen kommt. In der Harucon-Auswertung von 41 Audits (E-Commerce-Konten in DACH, den USA und Großbritannien, letzte Jahre bis 2026) trug Brand-Traffic in mindestens 34 von 41 Konten den Großteil des gemessenen Umsatzes.
| Befund | Harucon-Auswertung von 41 Audits |
|---|---|
| Brand-Traffic trägt den Großteil des gemessenen Umsatzes | in mindestens 34 von 41 Konten |
| Anteil des Umsatzes über den Markennamen | 58 bis 94 %, in der Mitte 82 bis 85 % (8 Audits mit bezifferten Werten) |
| Kein Brand-Ausschluss in Performance Max oder Shopping | in mindestens 22 von 41 Konten |
| Mehrere primäre Conversion-Ziele oder falsches Tracking | in mindestens 19 von 41 Konten |
Für eine junge D2C-Brand heißt das zweierlei. Solange kaum jemand deinen Namen sucht, fehlt dir der günstigste Umsatz, den etablierte Marken haben. Und wenn die Marke wächst, musst du Brand und Neukunden getrennt messen, sonst sieht dein ROAS besser aus als deine Neukundengewinnung.
Welche Kanäle eine D2C-Brand zuerst braucht
Eine D2C-Brand braucht zuerst einen Kanal, der vorhandene Nachfrage abholt, und einen, der Wiederkäufe bringt. Reichweite für neue Zielgruppen kommt danach, weil sie pro Klick billig ist und pro Bestellung teuer.
| Kampagnentyp | Median-CPC (n) | Conversion-Rate in Google Ads, Median (n) |
|---|---|---|
| Search (inkl. Brand) | 0,91 € (29) | 6,49 % (36) |
| Shopping | 0,62 € (16) | 4,33 % (22) |
| Performance Max | 0,56 € (23) | 3,09 % (29) |
| Demand Gen | 0,21 € (12) | 0,44 % (15) |
Die Conversion-Rate ist hier die Google-Ads-Conversion-Rate, also Conversions je Klick, nicht Bestellungen je Shop-Sitzung. Demand Gen kostet je Klick ein Viertel von Search, konvertiert aber um ein Vielfaches seltener. Für die erste Phase reichen meist Search und Shopping für Nachfrage plus E-Mail für Wiederkäufe.
Häufige Fragen zu D2C
Was bedeutet D2C?
D2C steht für Direct-to-Consumer. Eine Marke verkauft direkt an Endkunden, meist über den eigenen Onlineshop, ohne Groß- oder Einzelhandel dazwischen.
Was ist der Unterschied zwischen D2C und B2C?
B2C ist jedes Geschäft mit Privatkunden, auch das eines Händlers. D2C ist der Teil davon, in dem der Hersteller selbst verkauft und die Kundendaten behält.
Lohnt sich D2C gegenüber dem Handel?
Im Rechenbeispiel bringt die erste Bestellung im eigenen Shop nach Werbekosten 1,08 €, im Handel 11,50 €. Ab der zweiten Bestellung ohne Werbekosten liegt D2C mit 29,71 € gegen 23,00 € vorn. Entscheidend sind also Akquisekosten und Wiederkaufrate.
Wie viel Startkapital braucht eine D2C-Brand?
Das hängt vor allem an der Mindestmenge beim Hersteller und am Werbebudget für die ersten Bestellungen. Shop und Software sind meist der kleinere Posten.
Welche Kennzahlen zählen bei D2C?
Deckungsbeitrag je Bestellung, Break-even-ROAS, Kosten je Neukunde und Wiederkaufrate. Gemessen wird im Shop-Backend, nicht nur in den Werbekonten.
Sollte eine D2C-Brand auch auf Marktplätzen verkaufen?
Oft ja, als zweiter Kanal für Reichweite. Die Provision senkt den Deckungsbeitrag je Bestellung, dafür sparst du einen Teil der Akquisekosten. Die Kundendaten bleiben überwiegend beim Marktplatz.
Rechnen wir deine D2C-Zahlen durch?
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