Marge-Rechner: vom Bruttopreis bis zur Marge nach Werbung
Der Rechner zieht vom Bruttopreis die MwSt., den Einkauf, den Retourenanteil, Versand, Payment und Werbung ab. Er zeigt die klassische Marge (Handelsspanne), den Kalkulationsfaktor und die Marge, die nach allen variablen Kosten übrig bleibt. Die Startwerte gehören zu einem Produkt für 59,90 €.
Rechne aus, was von deinem Verkaufspreis übrig bleibt
- Rohertragsmarge (Handelsspanne)72,2 %
- Verkaufspreis netto50,34 €
- Kalkulationsfaktor3,60
Nach Retouren, Versand, Payment und Werbung bleiben 13,71 € je Bestellung, eine Marge von 27,2 %. Damit trägt das Produkt seinen Anteil an den Fixkosten.
Marge-Formel mit Rechenbeispiel
Die Marge ist der Anteil am Netto-Verkaufspreis, der nach Abzug des Einkaufspreises bleibt. Du rechnest immer mit dem Netto-Preis, weil die MwSt. ans Finanzamt geht.
Das Beispiel aus dem Rechner: 59,90 € brutto, 19 % MwSt., 14 € Einkauf, 5,50 € Versand, 2,5 % Payment, 10 % Retouren und 12 € Werbung je Bestellung.
| Position | Rechnung | je Bestellung | vom Netto-Preis |
|---|---|---|---|
| Netto-Preis | 59,90 € ÷ 1,19 | 50,34 € | 100 % |
| Rohertrag | 50,34 € − 14,00 € | 36,34 € | 72,2 % |
| Retouren (anteilig) | 10 % × 36,34 € | −3,63 € | |
| Versand | fällt auch bei Retouren an | −5,50 € | |
| Payment | 2,5 % × 59,90 € | −1,50 € | |
| Deckungsbeitrag vor Werbung | 25,71 € | 51,1 % | |
| Werbekosten | je Bestellung | −12,00 € | |
| Deckungsbeitrag nach Werbung | 13,71 € | 27,2 % |
Die Retouren rechnet der Rechner so: Bei 10 % der Bestellungen gehen Umsatz und Ware zurück, der Rohertrag dieser Bestellungen fällt weg. Versand, Payment und Werbung hast du trotzdem bezahlt. Rückporto und Aufbereitung kommen im echten Shop noch dazu, die trägst du bei Bedarf in die Versandkosten ein.
Marge, Aufschlag und Kalkulationsfaktor: der Unterschied
Die Marge bezieht den Gewinn auf den Verkaufspreis, der Aufschlag bezieht ihn auf den Einkaufspreis. Deshalb ist der Aufschlag immer die größere Zahl, und 50 % Aufschlag sind nur 33,3 % Marge.
| Kalkulationsfaktor | Aufschlag | Marge (Handelsspanne) | Netto-Preis bei 14 € Einkauf |
|---|---|---|---|
| 1,5 | 50 % | 33,3 % | 21,00 € |
| 2,0 | 100 % | 50,0 % | 28,00 € |
| 2,5 | 150 % | 60,0 % | 35,00 € |
| 3,0 | 200 % | 66,7 % | 42,00 € |
| 3,6 | 260 % | 72,2 % | 50,34 € |
| 4,0 | 300 % | 75,0 % | 56,00 € |
Lieferanten und Großhändler nennen oft den Aufschlag oder den Faktor, Controller und Investoren die Marge. Frag bei jeder Zahl nach, welche Basis gemeint ist. Wie du aus dem Faktor einen Preis machst, der nach Werbung noch trägt, zeigt die Anleitung zur Preiskalkulation im Onlineshop.
Rohertragsmarge, Deckungsbeitragsmarge und Gewinnmarge
Es gibt nicht die eine Marge, sondern eine Kette von Margen, die mit jedem Kostenblock kleiner wird. Für Werbeentscheidungen brauchst du die Marge vor Werbung, für die Frage nach dem Gewinn die Gewinnmarge.
| Marge | Was abgezogen ist | Beispiel | Wofür du sie brauchst |
|---|---|---|---|
| Rohertragsmarge | Einkauf | 72,2 % | Einkauf und Preis verhandeln |
| Deckungsbeitragsmarge vor Werbung | plus Retouren, Versand, Payment | 51,1 % | Break-even-ROAS festlegen |
| Marge nach Werbung | plus Werbekosten je Bestellung | 27,2 % | Budget je Produkt verteilen |
| Gewinnmarge | plus alle Fixkosten | 9,3 % | Ergebnis des Shops bewerten |
Die Gewinnmarge im Beispiel: Der Shop verkauft im Monat 2.000 Bestellungen zu 13,71 € Deckungsbeitrag, das sind 27.410 €. Nach 18.000 € Fixkosten bleiben 9.410 € Gewinn. Geteilt durch 100.672 € Netto-Umsatz ergibt das 9,3 % Gewinnmarge. Die EBIT-Marge rechnet genauso, nur vor Zinsen und Steuern.
Im Onlinehandel heißen die Stufen oft DB 1, DB 2 und DB 3. Wie du sie für Sortimente und Kanäle getrennt rechnest, erklärt der Ratgeber zum Deckungsbeitrag 1, 2 und 3. Für eine Rechnung mit Absatzmenge und Fixkosten nimmst du den Deckungsbeitrag-Rechner.
Wie viel Werbung deine Marge verträgt
Deine Marge verträgt so viel Werbung je Bestellung, wie Deckungsbeitrag vor Werbung übrig ist, im Beispiel 25,71 €. Jeder Euro darüber kostet dich Geld, jeder Euro darunter bleibt für Fixkosten und Gewinn.
| Werbekosten je Bestellung | Deckungsbeitrag nach Werbung | Marge nach Werbung | ROAS im Werbekonto |
|---|---|---|---|
| 0 € | 25,71 € | 51,1 % | kein Wert |
| 6 € | 19,71 € | 39,1 % | 9,98 |
| 12 € | 13,71 € | 27,2 % | 4,99 |
| 18 € | 7,71 € | 15,3 % | 3,33 |
| 24 € | 1,71 € | 3,4 % | 2,50 |
Der ROAS in der Tabelle ist 59,90 € Bruttopreis geteilt durch die Werbekosten, so wie ein Werbekonto ihn meist meldet. Die Schwelle für dieses Produkt liegt bei 59,90 € ÷ 25,71 € = 2,33. Wie du sie mit deiner Retourenquote und MwSt. genau bestimmst, rechnest du im Break-even-ROAS-Rechner nach.
Zum Vergleich die Harucon-Auswertung von 38 Google-Ads-Konten (betreut oder im Audit, Mai bis Mitte August 2026): Der gemeldete ROAS lag im Median bei 2,87, die mittlere Hälfte der Konten zwischen 1,68 und 5,41. Ein Konto im unteren Viertel läge mit einem Produkt wie diesem unter der Schwelle von 2,33 und würde mit jeder Bestellung Geld verlieren, obwohl die Rohertragsmarge 72 % beträgt.
| Kennzahl (n = 38 Konten) | P25 | Median | P75 |
|---|---|---|---|
| ROAS laut Google Ads | 1,68 | 2,87 | 5,41 |
| Kosten je Conversion | 14,70 € | 27,55 € | 56,99 € |
Die Konten melden den Umsatz teils brutto, teils netto, die Werte sind deshalb eine Einordnung und kein Ziel. Wie wir Kampagnen auf die Marge nach Werbung statt auf den ROAS steuern, beschreibt die Seite zur Google Ads Agentur.
Fünf typische Fehler beim Marge berechnen
Die meisten falschen Margen entstehen, weil Shops mit dem Bruttopreis rechnen oder Aufschlag und Marge verwechseln. Prüf deine Rechnung auf diese Punkte:
- Brutto statt netto. Mit 59,90 € statt 50,34 € steigt die Marge im Beispiel von 72,2 auf 76,6 %. Die Differenz gehört dem Finanzamt.
- Aufschlag als Marge melden. 260 % Aufschlag klingen nach viel, sind aber 72,2 % Marge.
- Retouren übersehen. Bei 10 % Retouren fallen 3,63 € Rohertrag je Bestellung weg, Versand und Werbung bleiben.
- Payment auf den Netto-Preis rechnen. Zahlungsanbieter berechnen ihre Gebühr auf den Betrag, den der Kunde zahlt, also brutto.
- Werbung in den Gemeinkosten verstecken. Ohne Werbekosten je Bestellung sieht jedes Produkt profitabel aus. Erst die Marge nach Werbung zeigt, wo dein Budget Geld verdient.
Häufige Fragen zur Marge
Wie berechne ich die Marge?
Zieh vom Netto-Verkaufspreis den Einkaufspreis ab und teile das Ergebnis durch den Netto-Verkaufspreis. Mal 100 ergibt die Marge in Prozent. Bei 50,34 € Netto-Preis und 14 € Einkauf sind das 72,2 %.
Was ist der Unterschied zwischen Marge und Aufschlag?
Die Marge bezieht den Gewinn auf den Verkaufspreis, der Aufschlag auf den Einkaufspreis. 100 % Aufschlag entsprechen 50 % Marge.
Wie berechne ich die Gewinnmarge?
Teile den Gewinn nach allen Kosten durch den Netto-Umsatz. Im Beispiel bleiben 9.410 € Gewinn von 100.672 € Netto-Umsatz, das sind 9,3 %.
Was ist der Kalkulationsfaktor?
Der Kalkulationsfaktor ist der Netto-Verkaufspreis geteilt durch den Einkaufspreis. Ein Faktor von 3,6 bedeutet: Der Netto-Preis ist 3,6-mal so hoch wie der Einkauf.
Wird die Marge mit oder ohne MwSt. berechnet?
Ohne. Die MwSt. führst du ans Finanzamt ab. Rechnest du mit dem Bruttopreis, wirkt die Marge höher, als sie ist.
Was ist eine gute Marge im Onlineshop?
Das hängt von Retouren, Versand und Werbung ab. Der Rechner bewertet die Marge nach Werbung ab 20 % als gut und unter 10 % als kritisch, weil davon noch alle Fixkosten bezahlt werden müssen.
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