DB 1, DB 2 und DB 3 im E-Commerce
DB 1, DB 2 und DB 3 sind drei Zwischenergebnisse zwischen Netto-Umsatz und Gewinn, jedes nach einem weiteren Kostenblock. Onlineshops ordnen die Stufen danach, wann die Kosten in der Bestellung entstehen: beim Einkauf, beim Versand, bei der Werbung.
| Stufe | Rechnung | Typische Kosten | Beantwortet |
|---|---|---|---|
| DB 1 | Netto-Umsatz nach Retouren − Wareneinsatz | Einkauf, Fracht, Zoll | Stimmen Einkauf und Preis? |
| DB 2 | DB 1 − Fulfillment-Kosten | Versand, Verpackung, Payment, Retourenabwicklung | Trägt der Warenkorb die Logistik? |
| DB 3 | DB 2 − Marketing | Werbekosten, Influencer, Affiliate-Provisionen | Verdient die Werbung Geld? |
| Ergebnis | DB 3 − Fixkosten | Team, Miete, Software, Lager | Macht der Shop Gewinn? |
Auf eine Bestellung heruntergerechnet sieht das so aus: Ein Produkt für 59,90 € brutto bringt 50,34 € netto, nach 14 € Einkauf bleiben 36,34 € DB 1. Nach Retourenanteil, Versand und Payment sind es 25,71 € DB 2, nach 12 € Werbung 13,71 € DB 3. Die Rechnung je Produkt machst du im Marge-Rechner.
Diese Seite erklärt die Stufen. Willst du deinen Deckungsbeitrag mit Absatzmenge, Fixkosten und Break-even direkt ausrechnen, nimm den Deckungsbeitrag-Rechner.
Beispiel: ein Shop-Monat vom Umsatz bis zum DB 3
Ein Shop mit 100.000 € Netto-Umsatz nach Retouren behält im Beispielmonat 18.500 € DB 3. Der Wasserfall zeigt, welche Stufe wie viel kostet.
| Stufe | Betrag | Quote vom Netto-Umsatz |
|---|---|---|
| Netto-Umsatz nach Retouren | 100.000 € | 100 % |
| DB 1 nach Wareneinsatz | 68.000 € | 68,0 % |
| DB 2 nach Fulfillment | 51.500 € | 51,5 % |
| DB 3 nach Marketing | 18.500 € | 18,5 % |
| Ergebnis nach 14.000 € Fixkosten | 4.500 € | 4,5 % |
Die DB-2-Quote von 51,5 % legt fest, welchen ROAS die Werbung mindestens braucht: 1 ÷ 0,515 = 1,94 auf den Netto-Umsatz nach Retouren. Der Shop erreicht 100.000 € ÷ 33.000 € = 3,03 und liegt im Schnitt darüber. Ob das für jedes Sortiment gilt, zeigt erst die nächste Stufe der Rechnung.
Mehrstufig je Sortiment: wo die Werbung Geld verliert
Mehrstufig wird die Rechnung erst, wenn du sie je Sortiment, Produkt oder Kanal aufteilst. Im Gesamtergebnis gleichen starke Sortimente schwache aus, in der Aufteilung siehst du, wo das Budget verbrennt.
| Stufe | Bestseller | Sets | Zubehör | Shop gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Netto-Umsatz | 60.000 € | 30.000 € | 10.000 € | 100.000 € |
| Wareneinsatz | −15.000 € | −12.000 € | −5.000 € | −32.000 € |
| DB 1 | 45.000 € (75 %) | 18.000 € (60 %) | 5.000 € (50 %) | 68.000 € (68 %) |
| Fulfillment | −9.000 € | −4.500 € | −3.000 € | −16.500 € |
| DB 2 | 36.000 € (60 %) | 13.500 € (45 %) | 2.000 € (20 %) | 51.500 € (51,5 %) |
| Marketing | −24.000 € | −6.000 € | −3.000 € | −33.000 € |
| DB 3 | 12.000 € (20 %) | 7.500 € (25 %) | −1.000 € (−10 %) | 18.500 € (18,5 %) |
Das Zubehör hat eine ordentliche DB-1-Quote von 50 %. Weil die Bestellungen klein sind, fressen Versand und Payment fast den ganzen Rest. Die Werbung meldet für das Sortiment einen ROAS von 10.000 € ÷ 3.000 € = 3,33, das klingt gut. Bei einer DB-2-Quote von 20 % liegt die Schwelle aber bei 1 ÷ 0,2 = 5,0.
| Sortiment | ROAS netto | Break-even-ROAS aus DB 2 | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Bestseller | 2,50 | 1,67 | über der Schwelle |
| Sets | 5,00 | 2,22 | weit über der Schwelle, Budget kann wachsen |
| Zubehör | 3,33 | 5,00 | unter der Schwelle, jeder Werbe-Euro kostet Geld |
Die Sets haben den höchsten DB 3 je Werbe-Euro, das Zubehör verliert Geld, obwohl sein ROAS höher ist als der des Bestsellers. Ohne DB 2 je Sortiment fällt das nicht auf. Die Schwelle je Kampagne mit MwSt. und Retouren bestimmst du im Break-even-ROAS-Rechner.
In Audits mit bezifferten Werten war das Muster noch deutlicher: In 3 Audits mit bezifferten Werten erzielten 90 bis 98 % der Produkte nie einen profitablen Verkauf über Google Ads, ein Konto steckte 87 % des Budgets in Produkte ohne einzige profitable Conversion (Harucon-Auswertung von 41 Audits, Audits der letzten Jahre bis 2026). In einem anderen Audit bekam der beste Kanal mit ROAS 13,7 nur 0,8 % des Budgets, der schlechteste mit ROAS 1,5 bekam 51,5 %. Wie wir Shopping-Budget nach DB 3 je Produkt verteilen, steht bei der Google-Shopping-Agentur.
Das klassische BWL-Schema: DB I bis DB IV mit Fixkosten-Stufen
In der Kostenrechnung zieht die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung nach DB I keine variablen Kosten mehr ab, sondern Fixkosten, die sich einem Produkt, einer Produktgruppe oder einem Bereich zuordnen lassen. Dieses Schema findest du in Lehrbüchern und Controlling-Portalen.
| Stufe | BWL-Schema | E-Commerce-Schema |
|---|---|---|
| DB I | Umsatz − variable Kosten | Umsatz − Wareneinsatz |
| DB II | DB I − Produktfixkosten (z. B. Werkzeug, Lizenz) | DB I − Versand, Payment, Retouren |
| DB III | DB II − Produktgruppenfixkosten | DB II − Marketing |
| DB IV | DB III − Bereichsfixkosten (z. B. Vertrieb einer Sparte) | DB III − direkt zurechenbare Fixkosten (Team, Lagerfläche je Marke) |
| Ergebnis | DB IV − Unternehmensfixkosten | DB IV − übrige Fixkosten |
Beide Schemata heißen gleich und meinen Verschiedenes. Ein „DB II von 45 %“ ist im BWL-Schema ein Wert nach Fixkosten, im E-Commerce-Schema ein Wert vor Marketing. Frag bei jeder Zahl, aus welchem Schema sie kommt, besonders wenn Agenturen, Investoren und Steuerberater miteinander reden.
DB 4 nutzen Shops mit mehreren Marken oder Ländern. Dort ziehen sie Kosten ab, die nur für einen Bereich anfallen, etwa das Team einer Marke oder ein eigenes Lager in einem Land. Für einen Shop mit einer Marke reichen drei Stufen.
Contribution Margin: die englischen Begriffe
Im Englischen heißen die Stufen CM1, CM2 und CM3 (Contribution Margin 1 bis 3). Im E-Commerce-Schema steht CM1 nach Ware, CM2 nach Fulfillment und CM3 nach Marketing. Steht „Contribution Margin“ ohne Zahl in einem Bericht, frag nach, welche Stufe gemeint ist, denn zwischen CM2 und CM3 liegt das ganze Werbebudget.
So baust du die mehrstufige Rechnung für deinen Shop auf
Du baust die Rechnung aus vier Datenquellen auf: Bestellexport, Einkaufspreisen, Versand- und Payment-Abrechnung und den Kosten aus den Werbekonten. Monatlich reicht für die meisten Shops.
- 01
Umsatz nach Retouren je Sortiment
Bestellexport aus dem Shop-Backend mit Produkt, Netto-Umsatz und Erstattungen. Ordne jedes Produkt genau einem Sortiment zu.
- 02
Wareneinsatz zuordnen
Einkaufspreis je Produkt inklusive Fracht und Zoll mal verkaufte Menge, abzüglich wieder verkaufbarer Retouren. Ergibt DB 1.
- 03
Fulfillment verteilen
Versand und Verpackung je Bestellung, Payment als Prozentsatz vom Bruttoumsatz, Retourenabwicklung je Rücksendung. Ergibt DB 2.
- 04
Marketing zuordnen
Kosten je Sortiment aus den Werbekonten, etwa über Produktgruppen in Shopping und Performance Max. Nicht zuordenbare Kosten wie Brand-Kampagnen verteilst du nach Umsatzanteil. Ergibt DB 3.
Rechne DB 3 mit den Kosten aus den Werbekonten und den Bestellungen aus dem Shop-Backend, nicht mit dem Umsatz, den das Werbekonto meldet. Wie DB 3 mit CAC, Customer Lifetime Value und Payback zusammenhängt, erklärt der Ratgeber zu Unit Economics. Wo die Stufen in der Kette vom Klick bis zum Gewinn stehen, zeigt die Übersicht der E-Commerce-Kennzahlen.
Häufige Fragen zum Deckungsbeitrag 1, 2 und 3
Was ist der Unterschied zwischen DB 1, DB 2 und DB 3?
Im E-Commerce ist DB 1 der Umsatz nach Abzug der Ware, DB 2 der Rest nach Versand, Payment und Retouren, DB 3 der Rest nach Marketing. Jede Stufe zieht einen weiteren Kostenblock ab.
Was ist eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung?
Eine Rechnung, die die Kosten nicht in einem Block, sondern in Stufen abzieht und das Ergebnis je Produkt, Sortiment oder Bereich zeigt. So erkennst du, welcher Teil des Geschäfts seine Kosten trägt.
Was ist ein guter DB 3 im Onlineshop?
Der DB 3 muss alle Fixkosten und den Gewinn tragen. Im Beispiel reichen 18,5 % vom Netto-Umsatz für 14 % Fixkosten und 4,5 % Ergebnis. Eine feste Grenze gibt es nicht, sie hängt an deinen Fixkosten.
Was ist Contribution Margin auf Deutsch?
Contribution Margin heißt Deckungsbeitrag. CM1, CM2 und CM3 entsprechen DB 1, DB 2 und DB 3 im E-Commerce-Schema.
Was ist der Deckungsbeitrag 4?
DB 4 zieht vom DB 3 Fixkosten ab, die sich einem Bereich direkt zuordnen lassen, etwa das Team einer Marke oder ein Lager in einem Land. Shops mit einer Marke brauchen ihn selten.
Gehören Werbekosten in DB 2 oder DB 3?
Im E-Commerce-Schema in DB 3. So kannst du aus der DB-2-Quote den Break-even-ROAS ablesen und mit DB 3 prüfen, ob die Werbung Geld verdient.
Welches Sortiment verliert Geld in der Werbung?
Im Erstgespräch rechnet Tobias mit dir DB 1 bis DB 3 je Sortiment aus deinem Shop-Backend und deinen Werbekonten durch. 5 kurze Fragen, dann direkt zum Termin.
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