Customer-Lifetime-Value-Rechner
Trag Warenkorb, Bestellfrequenz, Kundenjahre und Deckungsbeitrag ein. Der Rechner zeigt den CLV auf Umsatz und auf Deckungsbeitrag und die Summe, die du höchstens für einen Neukunden ausgeben solltest. Die Startwerte passen zu einem Onlineshop mit Wiederkäufen.
Rechne aus, was ein Kunde dir wirklich bringt
- Bestellungen pro Kunde7,5
- Maximale Akquisekosten (CLV ÷ 3)80 €
Ein Kunde bringt dir über 7,5 Bestellungen 240 € Deckungsbeitrag. Für einen Neukunden kannst du bis zu 80 € ausgeben.
CLV-Formel mit Rechenbeispiel
Die einfache Formel multipliziert vier Werte, die du aus deinem Shop-Backend ziehst:
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Bestellungen pro Kunde | 2,5 × 3 Jahre | 7,5 |
| CLV auf Umsatz | 80 € × 7,5 | 600 € |
| CLV auf Deckungsbeitrag | 600 € × 40 % | 240 € |
| Maximale Akquisekosten | 240 € ÷ 3 | 80 € |
Rechne mit Deckungsbeitrag. Viele CLV-Rechner hören beim Umsatz auf. 600 € Umsatz klingen nach viel Spielraum für Werbung, verdient hast du daran aber nur 240 €. Planst du Werbebudget auf den Umsatzwert, zahlst du drauf.
Drei Wege, den CLV zu berechnen
Welcher Weg passt, hängt von deinen Daten ab. Alle drei liefern mit den Startwerten ähnliche Ergebnisse.
| Methode | Formel | Ergebnis im Beispiel |
|---|---|---|
| Einfach | Deckungsbeitrag pro Jahr × Kundenjahre | 80 € × 3 = 240 € |
| Über Abwanderungsrate | Deckungsbeitrag pro Jahr ÷ jährliche Abwanderungsrate | 80 € ÷ 33,3 % = 240 € |
| Kapitalwert | Summe der jährlichen Deckungsbeiträge, abgezinst mit (1 + Zins)^Jahr | bei 8 % Zins: 206 € |
Der Deckungsbeitrag pro Jahr liegt im Beispiel bei 80 € × 2,5 × 40 % = 80 €. Verliert dein Shop jedes Jahr ein Drittel der Kunden, bleibt ein Kunde im Schnitt drei Jahre. Die Kapitalwertmethode berücksichtigt, dass ein Euro in drei Jahren weniger wert ist als heute. Sie lohnt sich bei langen Kundenbeziehungen und teurem Kapital.
CLV aus Kohorten im Shop-Backend
Durchschnittswerte über alle Kunden vermischen Stammkunden mit Einmalkäufern. Genauer wird der CLV, wenn du Kunden nach dem Monat ihrer Erstbestellung gruppierst.
- 01
Kohorte bilden
Nimm alle Kunden, die in einem Monat zum ersten Mal bestellt haben, z. B. Januar 2025.
- 02
Umsatz verfolgen
Summier den Netto-Umsatz dieser Kunden nach Retouren für 3, 6, 12 und 24 Monate.
- 03
Pro Kunde teilen
Teil jede Summe durch die Zahl der Kunden in der Kohorte.
- 04
Deckungsbeitrag anwenden
Multiplizier mit deiner Deckungsbeitragsquote. Das ist dein CLV nach 3, 6, 12 und 24 Monaten.
Vergleich die Kurven mehrerer Kohorten. Steigt der 12-Monats-Wert bei jüngeren Kohorten, wirken deine Maßnahmen zur Kundenbindung. Fällt er, holst du über Werbung Kunden, die seltener wiederkommen.
Shopify, Shopware und die meisten Shopsysteme liefern die Rohdaten als Bestellexport mit Kunden-ID und Datum. Eine Pivot-Tabelle mit Erstbestellmonat in den Zeilen und Monaten seit Erstkauf in den Spalten reicht für den Anfang. Achte darauf, stornierte und retournierte Bestellungen vorher herauszufiltern.
Wie viel ein Neukunde kosten darf
Der CLV auf Deckungsbeitrag ist die Obergrenze für deine Akquisekosten. Ein gängiger Richtwert ist ein Verhältnis von 3 zu 1: Ein Kunde soll dreimal so viel Deckungsbeitrag bringen, wie seine Gewinnung kostet. Der Rest deckt Fixkosten und Gewinn. Mehr dazu findest du beim Verhältnis LTV CAC.
Im Beispiel darfst du bis zu 80 € für einen Neukunden ausgeben. Die erste Bestellung bringt aber nur 80 € × 40 % = 32 € Deckungsbeitrag. Du gehst also 48 € in Vorleistung und holst sie über die nächsten Bestellungen zurück. Nach 12 Monaten und 2,5 Bestellungen hast du die 80 € wieder drin.
Was dich ein Neukunde heute kostet, rechnest du beim CAC berechnen aus. Wie sich 80 € Akquisekosten auf den ROAS der ersten Bestellung auswirken, zeigt die Seite zum ROAS berechnen: 80 € Warenkorb bei 80 € Werbekosten ergeben einen ROAS von 1,0 auf den Netto-Umsatz.
Den CLV in Google Ads nutzen
Laut Google Ads-Hilfe kannst du mit dem Zielvorhaben „Kundenakquisition“ für Neukunden höher bieten als für Bestandskunden. Im Modus „Neukundenwert“ rechnet Google einer Erstbestellung einen Zusatzwert an. Im Modus „Nur Neukunden“ zeigt Google die Anzeigen nur Nutzern, die noch nicht gekauft haben.
Den Zusatzwert leitest du aus dem CLV ab: Deckungsbeitrag der Folgekäufe, umgerechnet in Umsatz. Im Beispiel bringen die 6,5 Folgebestellungen 208 € Deckungsbeitrag. Setz den Zusatzwert vorsichtig an. Übernimmst du den vollen CLV, steuert die Gebotsstrategie auf Kunden, deren Wiederkäufe erst in drei Jahren kommen.
Harucon verbindet Neukundengewinnung über Google Ads mit Wiederkäufen über E-Mail und WhatsApp. Beides zählt im Shop-Backend, dort messen wir auch unsere Ergebnisse.
Vier Fehler, die den CLV verzerren
- Umsatz statt Deckungsbeitrag. 600 € CLV auf Umsatz verleiten zu Akquisekosten, die der Deckungsbeitrag von 240 € nie einspielt.
- Retouren im Warenkorb. Nimm den Netto-Umsatz nach Retouren. Sonst rechnest du Bestellungen mit, die zurückgekommen sind.
- Kundenjahre geschätzt statt gemessen. Ein Shop, der seit zwei Jahren verkauft, kennt noch keinen Kunden mit fünf Jahren Treue. Nimm die Werte deiner ältesten Kohorten und rechne vorsichtig weiter.
- Ein Durchschnitt für alle Kanäle. Kunden aus Markensuchen und Kunden aus Rabattaktionen bestellen unterschiedlich oft. Rechne den CLV getrennt nach Akquisekanal, bevor du Budgets verschiebst.
Der letzte Punkt entscheidet über dein Werbebudget. Bringt ein Kanal Kunden mit 150 € CLV und ein anderer Kunden mit 300 € CLV, darfst du im zweiten doppelt so viel pro Neukunde ausgeben.
CLV steigern: vier Hebel im Vergleich
Die Formel multipliziert vier Faktoren. Deshalb erhöht jeder Hebel um 10 % den CLV ebenfalls um 10 %. Entscheidend ist, welcher Hebel dich am wenigsten kostet.
| Hebel | Änderung | CLV auf Deckungsbeitrag |
|---|---|---|
| Ausgangslage | 240 € | |
| Warenkorb | 80 € → 88 € (Bundles, Cross-Selling) | 264 € |
| Bestellfrequenz | 2,5 → 2,75 pro Jahr (Nachkauf-Mails) | 264 € |
| Kundenjahre | 3 → 3,3 Jahre (Winback, Treue) | 264 € |
| Deckungsbeitrag | 40 % → 44 % (weniger Rabatte, Retouren) | 264 € |
| Alle vier zusammen | je +10 % | 351 € |
Vier kleine Schritte zusammen bringen 46 % mehr CLV. Frequenz und Kundenjahre steigerst du über E-Mail, WhatsApp und Winback-Strecken ohne zusätzliches Werbebudget. Wie das aufgebaut wird, zeigt die Seite zum Retention Marketing.
Häufige Fragen zum Customer Lifetime Value
Was ist der Customer Lifetime Value?
Der Customer Lifetime Value ist der Wert eines Kunden über die gesamte Kundenbeziehung. Im Onlinehandel misst du ihn am besten als Deckungsbeitrag aller Bestellungen, die ein Kunde tätigt.
Wie berechne ich den CLV?
Multipliziere durchschnittlichen Warenkorb, Bestellungen pro Jahr, Kundenjahre und Deckungsbeitragsquote. 80 € × 2,5 × 3 × 40 % ergeben 240 €.
Was ist der Unterschied zwischen CLV und LTV?
Keiner. LTV steht für Lifetime Value und meint dieselbe Kennzahl. In SaaS-Unternehmen ist LTV verbreiteter, im Handel CLV.
Sollte ich den CLV auf Umsatz oder Deckungsbeitrag rechnen?
Auf Deckungsbeitrag. Nur der Deckungsbeitrag steht dir für Werbung, Fixkosten und Gewinn zur Verfügung. Der Umsatz-CLV überschätzt den Spielraum für Akquisekosten.
Wie viel darf ein Neukunde kosten?
Ein verbreiteter Richtwert ist ein Drittel des CLV auf Deckungsbeitrag. Bei 240 € CLV sind das 80 €. Achte zusätzlich darauf, wie lange es dauert, bis die Kosten wieder drin sind.
Wie kann ich den CLV erhöhen?
Über höhere Warenkörbe, mehr Bestellungen pro Jahr, längere Kundenbeziehungen und einen höheren Deckungsbeitrag. Jeder dieser Faktoren wirkt eins zu eins auf den CLV.
Wie hoch ist dein Kundenwert wirklich?
Im Erstgespräch rechnet Tobias deinen CLV mit den Kohorten aus deinem Shop durch und zeigt dir, wie viel du für Neukunden ausgeben kannst. 5 kurze Fragen, dann direkt zum Termin.
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