Cross-Selling und Up-Selling: mehr Gewinn aus jeder Bestellung

Cross-Selling heißt, einem Kunden zu seinem Produkt ein passendes zweites Produkt zu verkaufen. Up-Selling heißt, ihm statt seiner Wahl eine höherwertige Variante zu verkaufen. Beides erhöht den Warenkorb ohne zusätzlichen Klick. Im Onlineshop zählt dabei der Deckungsbeitrag je Bestellung: Versand und der feste Teil der Zahlungsgebühr fallen je Paket an, deshalb bleibt von einem Zusatzartikel mehr übrig als vom ersten Produkt.

Was ist Cross-Selling, was ist Up-Selling?

Cross-Selling verkauft etwas zusätzlich, Up-Selling verkauft etwas Besseres an Stelle der ursprünglichen Wahl. Beide Begriffe stammen aus dem Vertrieb und bedeuten im Onlineshop dasselbe wie im Laden. Dazu kommen zwei verwandte Formen:

BegriffWas passiertBeispiel Kaffeeshop
Cross-Sellingpassendes Zusatzprodukt zum Hauptproduktzur Handmühle eine Packung Bohnen
Up-Sellinghöherwertige Variante statt der gewähltenMühle mit Edelstahl-Mahlwerk statt Keramik
Bundlingmehrere Produkte als Set zu einem PreisMühle, Bohnen und Filter als Starter-Set
Down-Sellinggünstigere Alternative, wenn der Kunde zögertEinsteiger-Mühle statt Profi-Modell

Alle vier Formen zielen auf denselben Wert: mehr Deckungsbeitrag je Bestellung. Wie dieser Wert in deine Strategie passt, steht im Ratgeber zur E-Commerce Strategie.

Cross-Selling und Up-Selling: der Unterschied

Der Unterschied liegt darin, ob der Kunde mehr Artikel kauft (Cross-Selling) oder einen teureren Artikel (Up-Selling). Daraus folgen unterschiedliche Stellen im Shop, Risiken und Kennzahlen.

MerkmalCross-SellingUp-Selling
Wirkungmehr Artikel je Bestellunghöherer Preis je Artikel
Typischer OrtProduktseite, Warenkorb, nach dem KaufProduktseite, Variantenauswahl
RisikoAblenkung vom HauptkaufKunde springt wegen des Preises ab
KennzahlAnteil Bestellungen mit ZusatzartikelAnteil der höheren Variante, Deckungsbeitrag je Artikel

In der Praxis kombinierst du beides. Auf der Produktseite zeigst du die bessere Variante, im Warenkorb das passende Zubehör, nach dem Kauf das Verbrauchsmaterial.

Was ein Zusatzartikel am Deckungsbeitrag ändert

Ein Zusatzartikel für 20 € netto hebt den Deckungsbeitrag der Bestellung im Beispiel um 41 %, weil Versand fast gleich bleibt. Die Rechnung für ein Hauptprodukt mit 60 € Netto-Preis:

Bestellung mit Hauptprodukt (60 €) und Zusatzartikel (20 €), alle Werte netto80 €
Netto-Warenkorb
−28 €
Ware (35 %)
−6 €
Versand
−1,9 €
Zahlungsgebühren
−4 €
Retourenkosten
40,1 €
Deckungsbeitrag
Annahmen: 35 % Warenkosten, 6 € Versand je Paket, Zahlungsgebühren 1,50 € plus 0,40 € für den Zusatzartikel, Retourenkosten im Schnitt 3 € plus 1 €.
PositionNur HauptproduktMit Zusatzartikel
Netto-Warenkorb60,00 €80,00 €
Ware (35 %)−21,00 €−28,00 €
Versand−6,00 €−6,00 €
Zahlungsgebühren−1,50 €−1,90 €
Retourenkosten−3,00 €−4,00 €
Deckungsbeitrag28,50 €40,10 €

Der Warenkorb steigt um 33 %, der Deckungsbeitrag um 41 %. Vom Zusatzartikel bleiben 11,60 € oder 58 % seines Preises, vom Hauptprodukt nur 47,5 %. Deinen eigenen Wert rechnest du mit dem Deckungsbeitrag-Rechner nach.

Wo Cross-Selling und Up-Selling im Onlineshop wirken

Cross-Selling und Up-Selling wirken an fünf Stellen, und jede braucht ein anderes Angebot. Je näher am Kauf, desto kleiner und günstiger sollte der Zusatz sein.

StelleAngebotWorauf du achtest
Produktseitebessere Variante, passendes SetPreisunterschied und Nutzen in einem Satz
WarenkorbZubehör, VerbrauchsmaterialHinweis auf die Schwelle für Gratisversand, falls vorhanden
Checkoutein kleiner Zusatz per Häkchenkein zusätzlicher Schritt, kein Pop-up
BestätigungsseiteZusatz zur laufenden Bestellungnur, wenn dein Shop das ohne neuen Checkout erlaubt
Nach dem KaufNachkauf, Ergänzung, nächste GrößeZeitpunkt nach dem Verbrauch des Produkts

Produktseite, Warenkorb und Checkout gehören zur Conversion-Optimierung. Dort prüfst du jede Änderung am Umsatz pro Sitzung, damit der Zusatz den Hauptkauf nicht bremst. Nach dem Kauf übernehmen E-Mail und WhatsApp, das beschreibt die Seite zum Retention Marketing.

Auch Google Ads kann nach dem Kauf verkaufen, über Remarketing an Käufer. In der Harucon-Auswertung von 41 Audits (Audits der letzten Jahre bis 2026) waren in mindestens 18 von 41 Konten Remarketing-Listen vorhanden, aber ungenutzt.

Wann sich Up-Selling lohnt

Up-Selling lohnt sich, wenn die teurere Variante mehr Deckungsbeitrag in Euro bringt, auch wenn ihre Marge in Prozent niedriger ist. Ein Beispiel:

VarianteNetto-PreisDeckungsbeitrag in %Deckungsbeitrag in €
Standard50 €45 %22,50 €
Premium70 €40 %28,00 €

Die Premium-Variante hat die schlechtere Marge und bringt trotzdem 5,50 € mehr je Verkauf. Umgekehrt schadet Up-Selling, wenn die teurere Variante mehr Retouren auslöst. Rechne deshalb mit dem Deckungsbeitrag nach Retouren je Variante.

Wie du Cross-Selling misst

Du misst Cross-Selling am Anteil der Bestellungen mit Zusatzartikel und am Deckungsbeitrag je Bestellung, beides im Shop-Backend. Die Conversion Rate behältst du daneben im Blick.

Attach Rate = Bestellungen mit Zusatzartikel ÷ alle Bestellungen250 von 1.000 Bestellungen = 25 %
  • Attach Rate: Anteil der Bestellungen, die das empfohlene Produkt enthalten.
  • Artikel je Bestellung und Warenkorb: steigen beide, wenn Cross-Selling wirkt.
  • Deckungsbeitrag je Bestellung: die eigentliche Zielgröße, nach Retouren.
  • Conversion Rate: darf nicht fallen. Sinkt sie, lenkt das Angebot vom Kauf ab. Deinen Wert prüfst du mit dem Rechner zum Conversion Rate berechnen.

Die übrigen Kennzahlen deines Shops und wie sie zusammenhängen, erklärt der Ratgeber zu den E-Commerce-Kennzahlen. Wenn du Cross-Selling als Teil eines größeren Plans angehen willst, zeigt die Seite zur E-Commerce Beratung, wie wir vorgehen.

Häufige Fragen zu Cross-Selling und Up-Selling

Was ist Cross-Selling einfach erklärt?

Cross-Selling heißt, einem Kunden zu seinem Kauf ein passendes zweites Produkt anzubieten, etwa Bohnen zur Kaffeemühle. Ziel ist ein größerer Warenkorb und mehr Deckungsbeitrag je Bestellung.

Was ist der Unterschied zwischen Cross-Selling und Up-Selling?

Beim Cross-Selling kauft der Kunde zusätzlich ein weiteres Produkt. Beim Up-Selling kauft er an Stelle seiner Wahl eine höherwertige Variante.

Was ist ein Beispiel für Up-Selling?

Ein Kunde wählt eine Kaffeemühle mit Keramik-Mahlwerk, der Shop zeigt ihm das Modell mit Edelstahl-Mahlwerk für einen höheren Preis. Kauft er das teurere Modell, ist das Up-Selling.

Warum lohnt sich Cross-Selling im Onlineshop besonders?

Versand und ein Teil der Zahlungsgebühren fallen je Paket an. Ein Zusatzartikel im selben Paket bringt deshalb anteilig mehr Deckungsbeitrag als das Hauptprodukt.

Woran messe ich, ob Cross-Selling funktioniert?

An der Attach Rate, also dem Anteil der Bestellungen mit Zusatzartikel, und am Deckungsbeitrag je Bestellung im Shop-Backend. Die Conversion Rate darf dabei nicht sinken.

Was ist Down-Selling?

Down-Selling bietet einem zögernden Kunden eine günstigere Alternative an, damit er überhaupt kauft. Es senkt den Warenkorb, rettet aber die Bestellung.

Wie viel Deckungsbeitrag steckt in deinem Warenkorb?

Im Erstgespräch rechnet Tobias mit deinen Bestellungen durch, was ein Zusatzartikel je Bestellung bringt und welchen Klickpreis du damit tragen kannst. 5 kurze Fragen, dann direkt zum Termin.

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