Break-even-Point berechnen: Formel und Rechner mit Werbekosten je Bestellung

Der Break-even-Point ist die Absatzmenge, ab der dein Deckungsbeitrag alle Fixkosten deckt, darunter machst du Verlust, darüber Gewinn. Die Formel lautet: Break-even-Menge = Fixkosten ÷ (Preis − variable Kosten − Werbekosten je Bestellung). Bei 15.000 € Fixkosten, 45 € Netto-Preis, 22 € variablen Kosten und 9 € Werbung je Bestellung brauchst du 1.072 Bestellungen im Monat. Lässt du die Werbekosten weg, wie die meisten Rechner, kommst du auf 653 und unterschätzt die Schwelle um 64 %.

Break-even-Rechner mit Werbekosten je Bestellung

Der Rechner teilt deine Fixkosten durch den Deckungsbeitrag, der nach Ware, Versand, Payment und Werbung von jeder Bestellung übrig bleibt. Dazu zeigt er den Break-even-Umsatz und den Sicherheitsabstand zu deiner Planung. Die Startwerte gehören zu einem Shop mit 45 € Warenkorb netto.

Break-even-Rechner

Rechne aus, ab wie vielen Bestellungen dein Shop Gewinn macht

Break-even-Menge1.072Bestellungen, ab denen du Gewinn machst
Break-even-Umsatz netto48.240 €
  1. Deckungsbeitrag je Bestellung nach Werbung14 €
  2. Sicherheitsabstand10,7 %

Du erreichst den Break-even knapp. Du brauchst 1.072 Bestellungen, dein Sicherheitsabstand liegt nur bei 10,7 %. Ein schwacher Monat oder 1 bis 2 € mehr Werbekosten je Bestellung reichen für einen Verlust.

Break-even-Point-Formel mit Rechenbeispiel

Du berechnest den Break-even-Point, indem du die Fixkosten durch den Deckungsbeitrag je Stück teilst. Im Onlineshop ist das Stück meist die Bestellung, deshalb rechnest du mit dem durchschnittlichen Warenkorb.

Break-even-Menge = Fixkosten ÷ (Preis − variable Kosten − Werbekosten je Bestellung)Break-even-Umsatz = Break-even-Menge × Preis. Alle Beträge netto, ohne MwSt.
Sicherheitsabstand = (erwartete Bestellungen − Break-even-Menge) ÷ erwartete Bestellungen × 100

Das Beispiel aus dem Rechner: Ein Shop hat im Monat 15.000 € Fixkosten und plant 1.200 Bestellungen. Der Warenkorb liegt bei 45 € netto.

SchrittRechnungErgebnis
Deckungsbeitrag je Bestellung45 € − 22 € − 9 €14 €
Break-even-Menge15.000 € ÷ 14 € = 1.071,4, aufgerundet1.072 Bestellungen
Break-even-Umsatz1.072 × 45 €48.240 €
Sicherheitsabstand(1.200 − 1.072) ÷ 1.200 × 10010,7 %
Ergebnis bei 1.200 Bestellungen1.200 × 14 € − 15.000 €1.800 €

Der Rechner rundet die Break-even-Menge auf, weil es keine halbe Bestellung gibt. Ein Sicherheitsabstand von 10,7 % heißt: Fallen 129 der geplanten 1.200 Bestellungen weg, rutscht der Monat ins Minus. Der Rechner zeigt deshalb eine Warnung.

Von 54.000 € Netto-Umsatz bleiben 1.800 € Gewinn54.000 €
Netto-Umsatz
−26.400 €
Variable Kosten
−10.800 €
Werbekosten
−15.000 €
Fixkosten
1.800 €
Gewinn
Beispiel aus dem Rechner: 1.200 Bestellungen à 45 € netto, 22 € variable Kosten und 9 € Werbung je Bestellung, 15.000 € Fixkosten im Monat.

Warum die Werbekosten je Bestellung in den Break-even gehören

Werbekosten je Bestellung gehören in den Break-even, weil sie im Onlineshop mit jeder Bestellung entstehen und den Deckungsbeitrag direkt kürzen. Die meisten Rechner im Netz fragen nur nach Preis, variablen Kosten und Fixkosten. Für einen Shop, der über Google Ads oder Social Ads verkauft, rechnen sie die Schwelle damit zu niedrig.

So verschiebt sich der Break-even im Beispiel, wenn nur die Werbekosten je Bestellung steigen. Fixkosten, Preis und variable Kosten bleiben gleich:

Werbekosten je BestellungDeckungsbeitrag nach WerbungBreak-even-MengeBreak-even-Umsatz
0 €23 €65329.385 €
5 €18 €83437.530 €
9 €14 €1.07248.240 €
12 €11 €1.36461.380 €
15 €8 €1.87584.375 €

Von 0 auf 9 € Werbung je Bestellung steigt die Schwelle von 653 auf 1.072 Bestellungen, ein Plus von 64 %. Bei 15 € brauchst du fast dreimal so viele Bestellungen wie ohne Werbung. Rechnest du den Break-even nur mit Ware und Versand, planst du auf eine Menge, mit der du jeden Monat Verlust machst.

So ermittelst du die Werbekosten je Bestellung

  • Gesamtes Werbebudget nehmen. Zähl alle Kanäle zusammen: Google Ads, Social Ads, Influencer, Affiliate-Provisionen.
  • Durch alle Bestellungen teilen. Nimm die Bestellungen aus dem Shop-Backend, nicht die Conversions aus dem Werbekonto. Stammkunden, die ohne Anzeige kaufen, senken den Wert je Bestellung.
  • Budget nicht doppelt zählen. Steckt die Werbung je Bestellung im Rechner, gehört sie nicht zusätzlich in die Fixkosten.

Wie hoch der Wert in der Praxis liegt, zeigt die Harucon-Auswertung von 38 Google-Ads-Konten (betreut oder im Audit, Mai bis Mitte August 2026): Der Median der Kosten je Google-Ads-Conversion lag bei 27,55 €, die mittlere Hälfte der Konten zwischen 14,70 und 56,99 €. Diese Kosten je Conversion sind höher als die Werbekosten je Bestellung im Shop, weil das Werbekonto nur einen Teil der Bestellungen meldet. Bei einem Warenkorb von 45 € zeigt der Wert trotzdem, wie schnell Werbung den ganzen Deckungsbeitrag aufzehrt.

Break-even-Point, Break-even-ROAS und Deckungsbeitrag: was welcher Rechner beantwortet

Der Break-even-Point beantwortet, wie viele Bestellungen der Shop als Ganzes braucht, der Break-even-ROAS beantwortet, ob eine einzelne Kampagne ihr Geld zurückholt. Beide bauen auf demselben Deckungsbeitrag auf, setzen aber an verschiedenen Stellen an.

RechnerFrageWerbung steckt inErgebnis im Beispiel
Break-even-Point (diese Seite)Ab wie vielen Bestellungen deckt der Monat alle Fixkosten?Kosten je Bestellung1.072 Bestellungen
DeckungsbeitragWas bleibt je Stück und im Monat nach Fixkosten?FixkostenErgebnis und Break-even-Menge
Break-even-ROASAb welchem ROAS verliert eine Kampagne kein Geld?Zielgröße der Rechnung45 € ÷ 23 € = 1,96 netto

Der Deckungsbeitrag-Rechner legt das Werbebudget in die Fixkosten, damit du den ROAS aus der Deckungsbeitragsquote ablesen kannst. Dieser Rechner zieht die Werbung je Bestellung ab, weil du so siehst, wie die Schwelle mit jedem Euro Klickpreis wandert. Beide Wege führen zum selben Monatsergebnis, solange das Budget nur an einer Stelle steht.

Im Beispiel bringen 45 € Umsatz nach Ware und Versand 23 € Deckungsbeitrag. Eine Kampagne braucht also einen ROAS von mindestens 1,96 auf den Netto-Umsatz, sonst kostet jede Bestellung mehr Werbung, als sie einbringt. Wie sich diese Schwelle mit MwSt. und Retouren im Werbekonto verschiebt, rechnest du im Break-even-ROAS-Rechner nach. Mit 9 € je Bestellung erreicht der Shop einen ROAS von 5,0 netto und liegt damit weit über der Kampagnen-Schwelle. Für den Monat reicht es trotzdem nur knapp, weil die Fixkosten dazukommen.

Aus einem Audit: Ein Konto lief zwölf Monate bei einem ROAS von 1,16 gegen einen echten Break-even von 1,85, kein Monat erreichte ihn (Harucon-Auswertung von 41 Audits, Audits der letzten Jahre bis 2026). Ein Break-even-Point für den ganzen Shop wäre bei diesen Kampagnen nie erreichbar gewesen.

Fünf Hebel, mit denen du den Break-even-Point senkst

Du senkst den Break-even-Point, indem du den Deckungsbeitrag je Bestellung erhöhst oder die Fixkosten senkst. Im Onlineshop wirkt der Deckungsbeitrag meist stärker, weil er mit jeder Bestellung zählt.

HebelÄnderung im Beispielneue Break-even-Menge
Werbekosten je Bestellung senken9 € auf 7 €938
Warenkorb erhöhen45 € auf 50 €790
Variable Kosten senken22 € auf 20 €938
Fixkosten senken15.000 € auf 13.000 €929
Ausgangswertkeine Änderung1.072
  1. Budget in profitable Kampagnen verschieben. Kampagnen unter ihrem Break-even-ROAS treiben die Werbekosten je Bestellung hoch. Wer sie kürzt, senkt den Durchschnitt ohne Umsatzverlust.
  2. Warenkorb heben. Bundles, Mengenrabatte und eine Versandkostenschwelle knapp über dem heutigen Warenkorb erhöhen den Preis je Bestellung. 5 € mehr senken die Schwelle im Beispiel um ein Viertel.
  3. Stammkunden reaktivieren. Bestellungen über E-Mail und WhatsApp kosten kaum Werbung und drücken den Wert je Bestellung.
  4. Versand und Payment nachverhandeln. 2 € weniger variable Kosten wirken genau wie 2 € weniger Werbung.
  5. Fixkosten prüfen. Software-Abos und Lagerfläche wachsen leise mit. Sie wirken auf den Break-even aber schwächer als der Deckungsbeitrag.

Wie der Deckungsbeitrag je Bestellung vom Bruttopreis bis nach der Werbung schrumpft, zeigt der Marge-Rechner. Ab welcher Neukundenzahl sich die Werbung über Wiederkäufe trägt, beantwortet der Ratgeber zu Unit Economics.

Typische Fehler beim Break-even-Point im Onlineshop

Die meisten Fehler beim Break-even-Point entstehen bei den variablen Kosten, weil Shops nur den Einkaufspreis zählen. Prüf deine Rechnung auf diese Punkte:

  • Brutto statt netto. Ein Warenkorb von 53,55 € inklusive 19 % MwSt. sind 45 € netto. Rechnest du mit dem Bruttowert, liegt die Schwelle im Beispiel bei 666 statt 1.072 Bestellungen.
  • Retouren vergessen. Rücksendungen kosten Porto, Prüfung und Abschriften. Rechne sie anteilig in die variablen Kosten je Bestellung.
  • Werbung weggelassen. Ohne Werbekosten je Bestellung zeigt der Rechner 653 statt 1.072 Bestellungen.
  • Werbung doppelt gezählt. Wer das Budget in den Fixkosten und je Bestellung ansetzt, rechnet die Schwelle zu hoch.
  • Conversions aus dem Werbekonto als Bestellungen. Google Ads meldet Conversions nach eigener Zuordnung. Für den Break-even zählen die Bestellungen im Shop-Backend.

Harucon steuert Kampagnen auf Deckungsbeitrag statt auf Umsatz und misst Bestellungen im Shop-Backend. Wie wir dafür in 90 Tagen vorgehen, steht bei der E-Commerce-Beratung, die Garantie in den Bedingungen.

Häufige Fragen zum Break-even-Point

Was ist der Break-even-Point einfach erklärt?

Der Break-even-Point ist die Gewinnschwelle. Ab dieser Menge decken die Einnahmen alle Kosten, darunter machst du Verlust, darüber Gewinn.

Wie lautet die Formel für den Break-even-Point?

Break-even-Menge = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag je Stück. Den Deckungsbeitrag je Stück berechnest du als Preis minus variable Kosten. Im Onlineshop ziehst du zusätzlich die Werbekosten je Bestellung ab.

Wie berechne ich den Break-even-Umsatz?

Multipliziere die Break-even-Menge mit dem Netto-Preis. Alternativ teilst du die Fixkosten durch die Deckungsbeitragsquote. Im Beispiel sind es 1.072 Bestellungen mal 45 €, also 48.240 €.

Gehören Werbekosten in den Break-even-Point?

Ja, im Onlineshop schon. Sie entstehen mit jeder Bestellung und kürzen den Deckungsbeitrag. Du setzt sie entweder je Bestellung an oder als Budget in den Fixkosten, aber nie an beiden Stellen.

Was ist der Unterschied zwischen Break-even-Point und Break-even-ROAS?

Der Break-even-Point gibt an, wie viele Bestellungen der ganze Shop braucht, um alle Fixkosten zu decken. Der Break-even-ROAS gibt an, wie viel Umsatz ein Werbe-Euro mindestens bringen muss, damit eine Kampagne kein Geld verliert.

Was ist ein guter Sicherheitsabstand?

Der Rechner meldet ein grünes Ergebnis, wenn du mindestens 20 % mehr Bestellungen planst als die Break-even-Menge. Das entspricht einem Sicherheitsabstand von knapp 17 %. Darunter reicht ein schwacher Monat oder ein höherer Klickpreis, damit du Verlust machst.

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