Performance Max: So funktioniert die Kampagne 2026

Performance Max ist ein Kampagnentyp in Google Ads, der mit einer einzigen Kampagne auf das gesamte Google-Inventar ausspielt: Suche, YouTube, Displaynetzwerk, Discover, Gmail und Maps. Du gibst ein Ziel vor, etwa Umsatz mit Ziel-ROAS, dazu Assets, Zielgruppensignale und bei Shops deinen Produktfeed. Google verteilt Gebote, Budget und Anzeigen selbst. Seit 2025 kannst du deutlich mehr steuern, unter anderem mit Suchbegriffsberichten, auszuschließenden Keywords und einem Kanalbericht.

Schwebende Glasflächen mit Video, Karte, Produktraster und Suchleiste, verbunden durch grüne Lichtlinien

So funktioniert Performance Max

Bei einer Suchkampagne wählst du Keywords, Gebote und Anzeigen selbst. Bei Performance Max lieferst du Bausteine, und Google setzt sie für jede Auktion neu zusammen. Laut Google-Ads-Hilfe nutzt die Kampagne Google AI für Gebote, Budgetoptimierung, Zielgruppen, Creatives und Attribution.

BausteinWas du lieferstWozu
ZielvorhabenUmsätze, Leads, Website-Zugriffe oder Ladenbesuche, optional mit Ziel-ROAS oder Ziel-CPAWorauf Google optimiert
Asset-GruppenBilder, Texte, Logos, Videos je Thema oder ZielgruppeMaterial für alle Anzeigenformate
ZielgruppensignaleKundenlisten, Interessen, eigene SegmenteStartpunkt für das Lernen, keine harte Eingrenzung
Suchthemenbis zu 50 Themen pro Asset-GruppeHinweise, bei welchen Suchen du erscheinen willst
ProduktfeedArtikel aus dem Merchant CenterShopping-Anzeigen und Anzeigen mit Produktdaten

Für Shops ist der Feed der wichtigste Baustein. Titel, Kategorien und Attribute entscheiden, zu welchen Suchen Google deine Produkte zeigt. Wie du Merchant Center und Feed aufsetzt, steht unter Google Shopping einrichten.

Was sich seit 2025 geändert hat

Lange galt Performance Max als Blackbox. Google hat 2025 eine Reihe von Kontrollen nachgereicht und am 7. August 2025 in der Google-Ads-Hilfe zusammengefasst:

  • Auszuschließende Keywords auf Kampagnenebene für alle Performance-Max-Kampagnen, seit August 2025 auch als Listen für mehrere Kampagnen.
  • Suchbegriffsberichte für alle Performance-Max-Kampagnen, auch über die API.
  • Suchthemen: Limit von 25 auf 50 pro Asset-Gruppe angehoben.
  • Geräte- und Altersausrichtung vollständig verfügbar, Ausrichtung nach Geschlecht als Beta.
  • Kundenakquisition: Berichte nach Neu- und Bestandskunden ohne das frühere Label „Unbekannt“.
  • Kanalbericht: Leistung je Kanal, erst als Beta, inzwischen für alle Performance-Max-Kampagnen.
  • Asset-Berichte mit Conversions, Kosten und Klicks je Asset.

Am meisten bringt dir der Suchbegriffsbericht. Öffne ihn einmal pro Woche, sortiere nach Kosten und prüf die teuersten Anfragen ohne Conversion. Anfragen ohne Kaufabsicht, etwa Suchen nach Anleitungen, Jobs oder Gratis-Angeboten, setzt du auf eine Liste auszuschließender Keywords und wendest sie auf alle Performance-Max-Kampagnen an.

Welcher Hebel welches Inventar steuert

Die neuen Kontrollen wirken nicht überall. Ein auszuschließendes Keyword hält deine Anzeige aus der Suche heraus, auf YouTube hat es keine Wirkung. Die Tabelle fasst zusammen, was die Google-Ads-Hilfe zu jedem Hebel sagt:

HebelEbeneWirkt auf
Auszuschließende KeywordsKampagne oder Listenur Such- und Shopping-Inventar
Auszuschließende KeywordsKonto, max. 1.000Such- und Shopping-Inventar aller Kampagnen
MarkenausschlüsseKampagne oder KontoSuch-, Shopping- und YouTube-Suchinventar
Ausgeschlossene Inhalts-KeywordsKontoDisplay- und Videoinventar
Placement-AusschlüsseKontoDisplaynetzwerk, Suchnetzwerk-Partner, Video
InventartypKontoYouTube, Displaynetzwerk, Videopartner
Sensible InhalteKontoDisplaynetzwerk
Geräte- und AltersausrichtungKampagneAuslieferung der gesamten Kampagne
SuchthemenAsset-GruppeSuche, gleicher Vorrang wie Wortgruppe und weitgehend passend

Willst du deine eigene Marke aus Performance Max heraushalten, nimm einen Markenausschluss. Laut Google erfasst er auch Tippfehler und Marken von Tochterfirmen. Shopping-Anzeigen kannst du für ausgeschlossene Marken bei Bedarf weiter zulassen.

Performance Max neben Such- und Shopping-Kampagnen

Läuft Performance Max im selben Konto wie andere Kampagnen, entscheidet Google nach festen Regeln, welche Kampagne eine Suche bekommt:

  • Eine Suchkampagne mit einem Keyword, das genau der Suchanfrage oder ihrer korrigierten Schreibweise entspricht, hat Vorrang vor Performance Max. Plural und Synonyme zählen nicht als identisch.
  • Gibt es kein identisches Keyword, gewinnt die Kampagne mit dem höheren Anzeigenrang.
  • Suchthemen in Performance Max haben denselben Rang wie Keywords in Wortgruppe und weitgehend passend.
  • Gegen Standard-Shopping- und Demand-Gen-Kampagnen entscheidet ebenfalls der Anzeigenrang.

Daraus folgt eine einfache Regel: Suchen, die du selbst steuern willst, bucht du als exakt passendes Keyword in einer Suchkampagne. Performance Max übernimmt den Rest.

Wie Brand-Suchen den ROAS schönen

Performance Max bedient auch Suchen nach deinem Markennamen, solange du sie nicht ausschließt. Diese Käufer kennen dich schon und kaufen oft auch ohne Anzeige. Ihr Umsatz landet trotzdem im ROAS der Kampagne.

Ein Beispiel: Eine Kampagne meldet 60.000 € Umsatz aus 10.000 € Werbekosten, also ROAS 6. Im Suchbegriffsbericht zeigt sich, dass 24.000 € davon über Brand-Suchen für 1.000 € kamen.

Teil der KampagneWerbekostenUmsatzROAS
Gesamt10.000 €60.000 €6,0
Brand-Suchen1.000 €24.000 €24,0
Ohne Brand9.000 €36.000 €4,0

Bei 40 % Deckungsbeitrag, 19 % MwSt. und 25 % Retouren liegt der Break-even-ROAS im Werbekonto bei 3,97. Die Kampagne sieht mit ROAS 6 stark aus. Der Teil, der neue Käufer bringt, verdient mit ROAS 4,0 kaum Geld.

Trenn Brand und Non-Brand deshalb sauber: Markenausschluss in Performance Max, eigene Suchkampagne für Brand-Suchen, Auswertung nach Neukunden. Damit siehst du, was die Kampagne wirklich an zusätzlichem Umsatz bringt.

Den Kanalbericht lesen

Den Bericht findest du unter Kampagnen, Statistiken und Berichte, Kanalleistung. Er zeigt Klicks, Conversions und Kosten je Kanal: Suche, YouTube, Discover, Gmail, Displaynetzwerk, Suchnetzwerk-Partner und Maps. Zusätzlich trennt er nach Format, etwa Anzeigen mit Produktdaten und Videoanzeigen. Die Tabelle lässt sich herunterladen.

Drei Fragen, mit denen du den Bericht liest:

  1. Welcher Anteil der Kosten geht in die Suche und in Anzeigen mit Produktdaten, welcher in Display und Video?
  2. Wo entstehen Kosten ohne Conversions, und ist das Absicht, etwa für Reichweite?
  3. Meldet die Diagnose Probleme, zum Beispiel fehlende Standorte für Maps oder Landingpages, die nicht zur Suche passen?

Google zählt Conversions im Kanalbericht nach seinem eigenen Attributionsmodell. Ob der Umsatz in deinem Shop ankommt, prüfst du im Shop-Backend.

Wann Performance Max passt

Laut Google eignet sich Performance Max, wenn du feste Conversion-Ziele hast, keine Kanäle ausschließen willst und über Suchkampagnen hinaus mehr Reichweite suchst. Aus der Praxis kommen drei Voraussetzungen dazu:

  • Sauberes Conversion-Tracking mit Warenkorbwert. Ohne korrekte Werte optimiert Google auf falsche Zahlen.
  • Ein gepflegter Feed. Schwache Produktdaten kosten dich Sichtbarkeit in Shopping.
  • Ein Ziel-ROAS über deinem Break-even. Sonst kauft die Kampagne Umsatz mit Verlust.

Drei Fehler, die wir in Konten oft sehen

  1. Eine Kampagne für das ganze Sortiment. Produkte mit 20 % und 60 % Deckungsbeitrag teilen sich einen Ziel-ROAS. Google schiebt das Budget zu den Artikeln mit dem höchsten Umsatz, egal wie viel dir davon bleibt.
  2. Ziel-ROAS auf Netto-Basis. Das Werbekonto meldet Umsatz meist inklusive MwSt. und vor Retouren. Wer dort seinen Netto-Break-even einträgt, steuert unter die Gewinnschwelle.
  3. Kein Blick in den Kanalbericht. Fließt ein großer Teil des Budgets in Display und Video, obwohl die Käufe aus Suche und Shopping kommen, fällt das erst dort auf.

Performance Max ersetzt keine Kontostruktur. Brand, Neukunden und Produkte mit unterschiedlicher Marge brauchen eigene Kampagnen oder Asset-Gruppen. Wenn du das nicht selbst aufbauen willst, übernimmt das eine Google Ads Agentur. Suchst du Betreuung für Suchmaschinenwerbung über Google hinaus, lies unsere Seite zur SEA Agentur.

Häufige Fragen zu Performance Max

Was ist Performance Max?

Ein zielbasierter Kampagnentyp in Google Ads. Eine Kampagne spielt auf Suche, YouTube, Displaynetzwerk, Discover, Gmail und Maps aus, Google steuert Gebote und Anzeigen selbst.

Kann ich bei Performance Max Keywords ausschließen?

Ja. Auszuschließende Keywords gehen auf Kampagnenebene, als Liste oder auf Kontoebene. Sie wirken nur auf Such- und Shopping-Inventar.

Sehe ich die Suchbegriffe von Performance Max?

Ja. Seit 2025 gibt es Suchbegriffsberichte für alle Performance-Max-Kampagnen, auch über die API.

Was passiert, wenn Performance Max und eine Suchkampagne dasselbe Keyword abdecken?

Entspricht das Keyword der Suchkampagne genau der Suchanfrage, bekommt die Suchkampagne den Vorrang. Sonst entscheidet der Anzeigenrang.

Wie schließe ich meine eigene Marke aus Performance Max aus?

Mit einem Markenausschluss. Du legst eine Markenliste an und wendest sie in den Kampagneneinstellungen oder auf Kontoebene an. Er wirkt auf Such-, Shopping- und YouTube-Suchinventar.

Brauche ich für Performance Max einen Produktfeed?

Nicht zwingend. Für Onlineshops ist der Feed aus dem Merchant Center aber die Grundlage für Shopping-Anzeigen und Anzeigen mit Produktdaten.

Wie viel Brand steckt in deinem ROAS?

Im Erstgespräch trennt Tobias mit dir Brand und Neukunden in deiner Performance-Max-Kampagne und zeigt, was übrig bleibt. 5 kurze Fragen, dann direkt zum Termin.

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