Wie funktioniert Remarketing in Google Ads?
Remarketing funktioniert über Segmente: Das Google-Tag oder eine hochgeladene Kundenliste ordnet Menschen einem Segment zu, und deine Kampagnen sprechen dieses Segment gezielt an oder schließen es aus. In der Google-Ads-Hilfe heißt das Ganze „Segmente mit selbst erhobenen Daten“. Diese Segmenttypen gibt es:
| Segmenttyp | Wer drin ist | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Websitebesucher | Menschen, die bestimmte Seiten deines Shops aufgerufen haben | Google-Tag auf allen Seiten |
| Dynamisches Remarketing | Besucher, denen Google die Produkte zeigt, die sie angesehen haben | Produktfeed im Merchant Center und Tag mit Produkt-IDs |
| Kundenabgleich | Kunden aus deiner Kundenliste, etwa per E-Mail-Adresse | Upload oder CRM-Verbindung |
| YouTube-Nutzer | Menschen, die mit deinem Kanal oder deinen Videos interagiert haben | verknüpfter YouTube-Kanal |
| App-Nutzer | Nutzer deiner App | App, die Daten erheben kann |
| Lead-Formular | Menschen, die ein Lead-Formular ausgefüllt haben | Lead-Formular-Asset |
Für Onlineshops zählen vor allem Websitebesucher, dynamisches Remarketing und Kundenabgleich. Laut Google-Ads-Hilfe entfernt Google Besucher aus einem Segment, sobald die Gültigkeitsdauer abläuft. Standard sind 30 Tage, das Maximum für Display und Suche liegt bei 540 Tagen.
Welche Remarketing-Segmente braucht ein Onlineshop?
Ein Onlineshop braucht vier Besucher-Segmente, die nach Kaufnähe gestaffelt sind, dazu Käufer und Kundenliste zum Ausschließen und für Bestandskunden. Die Gültigkeitsdauern in der Tabelle sind unsere Empfehlung aus Audits und Projekten, keine Vorgabe von Google:
| Segment | Regel | Gültigkeitsdauer | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Checkout ohne Kauf | Checkout begonnen, kein Kauf | 7 bis 14 Tage | kurze Botschaft, etwa Versand oder Rückgabe |
| Warenkorb ohne Kauf | Warenkorb, kein Kauf | 14 bis 30 Tage | Produkt aus dem Warenkorb zeigen |
| Produktseite angesehen | Produktseite aufgerufen | 30 Tage | dynamisches Remarketing |
| Alle Besucher | jede Seite | 30 bis 90 Tage | Signal für neue Kampagnen |
| Käufer | Bestellbestätigung erreicht | 180 bis 540 Tage | Ausschluss oder Wiederkauf |
| Kundenliste | Upload aus dem Shop oder CRM | laut Hilfe 540 Tage | Bestandskunden, ähnliche Segmente |
Die Käuferliste ist das am häufigsten vergessene Segment. Ohne sie zahlst du in Kampagnen zur Neukundengewinnung für Klicks von Menschen, die gestern schon gekauft haben. Kundenlisten aus dem Kundenabgleich laufen laut Google-Ads-Hilfe nach 540 Tagen ab, wenn in diesem Zeitraum nicht mindestens 100 Nutzer hinzugefügt oder aktualisiert wurden.
Was wir in Audits finden
In der Harucon-Auswertung von 41 Audits (Audits der letzten Jahre bis 2026) waren in mindestens 18 von 41 Konten Remarketing-Listen vorhanden, aber ungenutzt. Das Tag sammelte also Besucher, doch keine Kampagne nutzte die Listen zum Ansprechen oder Ausschließen. Wie wir Remarketing im Audit prüfen, steht auf der Seite zum Google Ads Audit.
Wie groß muss eine Remarketing-Liste sein?
Eine Remarketing-Liste braucht laut Google-Ads-Hilfe im Displaynetzwerk, im Suchnetzwerk und auf YouTube mindestens 100 aktive Besucher oder Nutzer in den letzten 30 Tagen. Für Kundenlisten gilt dieselbe Schwelle, wenn sie ab dem 1. Februar 2024 hochgeladen oder aktualisiert wurden.
| Netzwerk oder Liste | Mindestgröße laut Google-Ads-Hilfe |
|---|---|
| Google Displaynetzwerk | 100 aktive Besucher oder Nutzer in 30 Tagen |
| Google Suchnetzwerk | 100 aktive Besucher oder Nutzer in 30 Tagen |
| YouTube | 100 aktive Besucher oder Nutzer in 30 Tagen |
| Kundenlisten ab 1. Februar 2024 hochgeladen oder aktualisiert | 100 aktive Nutzer |
| Kundenlisten vor dem 1. Februar 2024 hochgeladen | 1.000 übereinstimmende Nutzer |
Für Gmail und Demand Gen nennt die Hilfeseite keine eigene Schwelle. Ob deine Segmente die 100 erreichen, hängt an Traffic und Einwilligungsquote. Das folgende Beispiel rechnet mit einem Shop mit 20.000 Besuchern im Monat. Einwilligungsquote und Funnel-Raten sind Beispielannahmen, keine gemessenen Werte. Setz deine eigenen Zahlen ein:
| Schritt | Annahme | Menschen in 30 Tagen |
|---|---|---|
| Besucher im Monat | 20.000 | |
| davon mit Einwilligung für Werbung | 60 % | 12.000 |
| Produktseite angesehen | 50 % davon | 6.000 |
| Warenkorb, davon gekauft | 8 % Warenkorb, 3 % Kauf | 960 minus 360 = 600 |
| Checkout ohne Kauf | 4 % Checkout, 3 % Kauf | 480 minus 360 = 120 |
| Käufer einer kleinen Kategorie | 0,5 % | 60 |
Bei 20.000 Besuchern erreicht das Checkout-Segment die Schwelle knapp, die kleine Kategorie nicht. Bei 10.000 Besuchern fällt auch der Checkout auf 60 Menschen. Dann legst du Checkout und Warenkorb zu einem Segment zusammen oder verlängerst die Gültigkeitsdauer, statt ein leeres Segment in eine Kampagne zu hängen.
Remarketing und Einwilligung: Was der Einwilligungsmodus bewirkt
Ohne Einwilligung für personalisierte Werbung sammelt das Google-Tag keine Remarketing-Daten. Laut Google-Entwicklerdokumentation zum Einwilligungsmodus erheben die Remarketing-Funktionen von Google Ads keine Daten, wenn der Parameter ad_personalization auf „denied“ steht.
| Parameter | Was er laut Google steuert | Wirkung auf Remarketing bei „denied“ |
|---|---|---|
| ad_storage | Cookies für Werbung | keine neuen Werbe-Cookies |
| ad_user_data | Senden werbebezogener Nutzerdaten an Google | keine gehashten Kundendaten, etwa für erweiterte Conversions |
| ad_personalization | personalisierte Anzeigen | Remarketing erhebt keine Daten |
Auch die erweiterte Variante des Einwilligungsmodus füllt keine Listen. Sie sendet bei Ablehnung Pings ohne Cookies, und laut Google-Ads-Hilfe werden diese Pings nicht verwendet, um Remarketing-Listen zu erstellen. Google modelliert daraus Conversions, keine Zielgruppen. Deine Listen sind deshalb immer kleiner als dein Traffic.
Für Kundenlisten gelten die Google-Richtlinien für Kundendaten. Du informierst deine Kunden, etwa in der Datenschutzerklärung, dass du Daten an Dritte weitergibst, holst die Einwilligung ein, soweit das rechtlich erforderlich ist, und hältst die Google-Richtlinie zur Einwilligung der Nutzer in der EU ein. Wie Einwilligung und serverseitige Messung zusammenhängen, erklärt der Ratgeber zum Server Side Tracking.
Remarketing in Performance Max und Demand Gen
In Performance Max sind Remarketing-Listen ein Signal für die Optimierung, in Demand Gen kannst du sie gezielt in einer eigenen Anzeigengruppe ansprechen. Laut Google-Ads-Hilfe nutzt Performance Max für Segmente mit selbst erhobenen Daten nur die optimierte Ausrichtung. Zielgruppensignale beschleunigen dort laut Google den Lernprozess der Kampagne.
| Kampagnentyp | Was eine Remarketing-Liste dort macht | Unser Einsatz |
|---|---|---|
| Performance Max | Signal für die Optimierung, kein harter Filter | Käufer und Kundenliste als Signal, Ergebnis nach Neukunden und Bestandskunden getrennt messen |
| Demand Gen | Ansprache in einer eigenen Anzeigengruppe; Kundenlisten dienen als Grundlage für ähnliche Segmente | eine Gruppe Remarketing mit eigenen Creatives, eine Gruppe Neukunden mit optimierter Ausrichtung |
| Search und Shopping | Beobachtung oder Ausschluss | Segmente als Beobachtung hinterlegen und die Leistung je Segment vergleichen |
Laut Google-Ads-Hilfe verwenden Smart Bidding und optimierte Ausrichtung Listen aus dem Kundenabgleich automatisch, manuelle Gebotsstrategien nutzen sie nicht. Ausschließen kannst du nur Segmente mit selbst erhobenen Daten und benutzerdefinierte Segmente.
Ein Signal kann Performance Max auch zu Menschen lenken, die ohnehin kaufen würden. Im Harucon-Datensatz zu Performance Max (13 Konten, 90 Tage bis 20.09.2026) stammten in 5 von 11 Konten mit Performance Max 25 % oder mehr des Conversion-Werts aus Brand-Suchen. Prüf deshalb im Shop-Backend, wie viele Bestellungen aus Performance Max von Neukunden kommen. Mehr dazu im Ratgeber Performance Max und auf der Seite zu Demand Gen.
Remarketing einrichten: Ablauf in 6 Schritten
Du richtest Remarketing in sechs Schritten ein, von der Einwilligung über das Tag bis zur Messung im Shop. Zugriff auf Google Ads, dein Cookie-Banner und den Google Tag Manager brauchst du dafür.
- 01
Einwilligung prüfen
Dein Cookie-Banner überträgt ad_storage, ad_user_data und ad_personalization an die Google-Tags. Ohne diese Werte bleiben die Listen leer.
- 02
Google-Tag auf allen Seiten
Das Tag läuft auf jeder Seite, für dynamisches Remarketing mit den Produkt-IDs aus deinem Feed. Die Einrichtung beschreibt die Anleitung Google Tag Manager einrichten.
- 03
Segmente anlegen
Checkout ohne Kauf, Warenkorb ohne Kauf, Produktseite, alle Besucher und Käufer, jeweils mit passender Gültigkeitsdauer.
- 04
Kundenliste hochladen
Exportiere Käufer aus dem Shop oder verbinde dein CRM und frische die Liste regelmäßig auf.
- 05
Segmente in Kampagnen nutzen
Als Beobachtung in Search und Shopping, als Signal in Performance Max, als eigene Anzeigengruppe in Demand Gen, als Ausschluss in Kampagnen zur Neukundengewinnung.
- 06
Im Shop-Backend messen
Vergleich Bestellungen von Neukunden und Bestandskunden vor und nach dem Start. Erst dann weißt du, ob Remarketing zusätzliche Käufe bringt.
Für Bestandskunden lohnt zusätzlich der Blick auf eigene Kanäle wie E-Mail und SMS, weil dort kein Klickpreis anfällt. Wie das aufgebaut wird, beschreibt die Seite zum Retention Marketing.
Häufige Fragen zu Google Ads Remarketing
Was ist Remarketing in Google Ads?
Remarketing spricht Menschen an, die schon mit deinem Shop, deiner App, deinen Videos oder deiner Kundenliste in Kontakt waren. Google nennt die Listen dafür Segmente mit selbst erhobenen Daten.
Wie groß muss eine Remarketing-Liste mindestens sein?
Laut Google-Ads-Hilfe braucht ein Segment im Displaynetzwerk, im Suchnetzwerk und auf YouTube mindestens 100 aktive Besucher oder Nutzer in den letzten 30 Tagen. Für Kundenlisten ab dem 1. Februar 2024 gilt ebenfalls die Schwelle von 100 aktiven Nutzern.
Wie lange bleibt jemand auf einer Remarketing-Liste?
Standard sind 30 Tage, das Maximum für Display und Suche liegt bei 540 Tagen. Kundenlisten laufen nach 540 Tagen ab, wenn in dieser Zeit nicht mindestens 100 Nutzer hinzugefügt oder aktualisiert wurden.
Funktioniert Remarketing ohne Cookie-Einwilligung?
Für Listen aus dem Google-Tag nicht. Steht ad_personalization auf abgelehnt, erheben die Remarketing-Funktionen von Google Ads keine Daten, und Pings ohne Einwilligung werden nicht für Remarketing-Listen genutzt. Kundenlisten aus dem Kundenabgleich folgen den Google-Richtlinien für Kundendaten.
Kann ich in Performance Max reines Remarketing machen?
Nein. Performance Max nutzt Segmente mit selbst erhobenen Daten nur als Signal für die optimierte Ausrichtung und spielt auch an andere Menschen aus. Für gezieltes Remarketing eignet sich eine eigene Anzeigengruppe in Demand Gen.
Was ist dynamisches Remarketing?
Beim dynamischen Remarketing zeigt Google früheren Besuchern genau die Produkte, die sie angesehen haben. Dafür brauchst du einen Produktfeed im Merchant Center und ein Tag, das die Produkt-IDs übergibt.
Nutzt dein Konto seine Remarketing-Listen?
Im Erstgespräch prüft Tobias mit dir im Konto-Check, welche Segmente existieren, wie groß sie sind und ob deine Kampagnen sie ansprechen oder ausschließen. 5 kurze Fragen, dann direkt zum Termin.
Kostenloses Erstgespräch sichern→- Google Ads-Hilfe: Segmente mit selbst erhobenen Daten
- Google Ads-Hilfe: Funktionsweise von Segmenten mit selbst erhobenen Daten
- Google Ads-Hilfe: Zielgruppensegmente in der Zielgruppenverwaltung
- Google Ads-Hilfe: Kundenabgleich
- Google Ads-Hilfe: Dynamisches Remarketing
- Google Ads-Hilfe: Modellierung für den Einwilligungsmodus in Google Ads
- Google-Entwicklerdokumentation: Einwilligungsmodus, Übersicht
- Google-Werberichtlinien: Richtlinien für Kundendaten
- Google Ads-Hilfe: Performance Max-Kampagnen
- Google Ads-Hilfe: Die vier Leistungsfaktoren von YouTube (Best Practices für Demand Gen)
