Demand Gen in Google Ads: was die Kampagne kann und was sie liefert

Demand Gen ist ein Kampagnentyp in Google Ads, der Bild- und Videoanzeigen auf YouTube (einschließlich Shorts), in Discover, in Gmail und im Google Displaynetzwerk ausspielt. Er erreicht Menschen, die gerade nicht nach deinem Produkt suchen. In der Harucon-Auswertung von 37 Google-Ads-Konten kostet ein Klick in Demand Gen im Median 0,21 €, aber nur 0,44 % der Klicks führen zu einer Conversion. Bewerte Demand Gen deshalb nicht mit dem ROAS-Maßstab von Search oder Shopping.

Was ist Demand Gen in Google Ads?

Demand Gen ist der Kampagnentyp von Google Ads für Bild- und Videoanzeigen in Feeds und auf YouTube. Laut Google-Ads-Hilfe kombiniert eine Kampagne Video- und Bild-Assets und läuft auf YouTube einschließlich Shorts, in Discover, in Gmail und im Google Displaynetzwerk.

BausteinWas Google laut Hilfe anbietet
KanäleYouTube (inkl. Shorts und YouTube-Suche), Discover, Gmail, Google Displaynetzwerk; du wählst die Kanäle selbst aus
BildformateQuerformat 1,91:1, Hochformat 4:5, Quadrat 1:1, dazu Logos
Videoformatehorizontal, quadratisch und vertikal
Karussell2 bis 10 Bildkarten
Zielgruppeneigene Daten, ähnliche Segmente, optimierte Ausrichtung
ProdukteAngebots-Assets nur mit einem Produktfeed aus dem Google Merchant Center
Geboteauf Klicks, Conversions oder Conversion-Wert

Der Unterschied zu Search und Shopping liegt in der Absicht. Bei einer Suche hat jemand schon einen Bedarf, Demand Gen spricht Menschen beim Scrollen an. Das erklärt die Zahlen in den nächsten beiden Abschnitten: billige Reichweite, niedrige Conversion Rate.

Demand Gen im Vergleich: Benchmarks aus 37 Google-Ads-Konten

Demand Gen liefert im Median die billigsten Klicks und die niedrigste Conversion Rate aller Kampagnentypen im Konto. Die Werte stammen aus der Harucon-Auswertung von 37 Google-Ads-Konten (Mai bis Mitte August 2026, betreut oder im Audit), jedes mit mindestens 1.000 € Spend und Conversions. Gezählt sind je Konto nur Kampagnentypen mit mindestens 1.000 Impressionen.

Google-Ads-Conversion-Rate je Kampagnentyp (Conversions je Klick)Search (inkl. Brand)n = 366,49 %Shoppingn = 224,33 %Performance Maxn = 293,09 %Demand Genn = 150,44 %Displayn = 60,39 %Balken = Median, Linie = mittlere Hälfte der Konten (P25 bis P75)
Harucon-Auswertung von 37 Google-Ads-Konten (betreut oder im Audit), 01.05. bis 15.08.2026. Conversions je Klick je Konto und Kampagnentyp, Median mit P25 bis P75. Search enthält Brand-Kampagnen.

Die Conversion Rate ist hier die Google-Ads-Conversion-Rate, also Conversions je Klick. Mit der Conversion Rate deines Shops (Bestellungen je Sitzung) ist sie nicht vergleichbar. Alle vier Kennzahlen im Überblick:

KampagnentypCTR (n)CPC (n)Conversions je Klick (n)CPM (n)
Search (inkl. Brand)10,61 % (36)0,91 € (29)6,49 % (36)90,73 € (29)
Shopping1,02 % (22)0,62 € (16)4,33 % (22)7,17 € (16)
Performance Max1,80 % (29)0,56 € (23)3,09 % (29)10,77 € (23)
Demand Gen1,69 % (15)0,21 € (12)0,44 % (15)3,27 € (12)
Display0,79 % (6)0,13 € (5)0,39 % (6)3,12 € (5)

Alle Werte sind Mediane. CPC und CPM stammen nur aus Konten in Euro, deshalb ist das n dort kleiner. Die mittlere Hälfte der Demand-Gen-Konten liegt bei der CTR zwischen 0,88 und 2,75 %, beim CPC zwischen 0,14 und 0,31 € und bei Conversions je Klick zwischen 0,13 und 0,79 %. Deine eigenen Werte rechnest du mit dem CTR-Rechner und dem CPM-Rechner aus.

ROAS je Kampagnentyp: Demand Gen liegt im Median bei 1,08

Im Konto gemessen erreicht Demand Gen im Median einen ROAS von 1,08, und in 42 % der Konten liegt er unter 1. Diese Zahlen stammen aus einem zweiten Datensatz: dem Harucon-Konten-Snapshot von 38 Google-Ads-Konten (Mai bis Mitte August 2026, betreut oder im Audit). Gezählt ist ein Kampagnentyp nur, wenn er im Konto mindestens 500 € Spend hatte.

KampagnentypKonten (n)Median-ROASmittlere Hälfte (P25 bis P75)Konten mit ROAS unter 1
Search (inkl. Brand)364,302,39 bis 8,4411 %
Shopping192,301,29 bis 3,3511 %
Performance Max312,301,71 bis 3,826 %
Demand Gen121,080,50 bis 2,7542 %

Search führt, weil dort Brand-Kampagnen mitzählen. Demand Gen hat die breiteste Spanne: Das obere Viertel erreicht 2,75 und liegt damit auf dem Niveau von Shopping, das untere Viertel holt 50 Cent je eingesetztem Euro zurück. Weitere Werte aus demselben Snapshot haben wir in einer eigenen Studie zum E-Commerce zusammengefasst.

Ein niedriger Konto-ROAS heißt bei Demand Gen nicht automatisch Verlust. Die Kampagne erreicht Menschen früher, und ein Teil kauft später über Brand-Suche oder Shopping. Ob das passiert, zeigt dir nur der Blick ins Shop-Backend: Steigen Neukunden und Brand-Suchen, während Demand Gen läuft?

Was eine Conversion in Demand Gen kostet: Beispielrechnung

Mit den Medianen kostet eine Conversion in Demand Gen rund 44 € und damit mehr als doppelt so viel wie in Performance Max. Die Rechnung geht von 1.000 Impressionen über die Klickrate zu den Conversions:

Kosten je Conversion = CPM ÷ (1.000 × CTR × Conversions je Klick)Demand Gen im Median: 3,27 € ÷ (1.000 × 1,69 % × 0,44 %) = 43,98 €
KampagnentypMedian-CPMConversions je 1.000 ImpressionenKosten je Conversion
Search (inkl. Brand)90,73 €6,8913,18 €
Shopping7,17 €0,4416,23 €
Performance Max10,77 €0,5619,36 €
Demand Gen3,27 €0,0743,98 €

Mit 3.000 € Budget kaufst du in Demand Gen beim Median-CPM rund 917.000 Impressionen. Daraus werden bei 1,69 % rund 15.500 Klicks und bei 0,44 % rund 68 Conversions. Dasselbe Budget in Performance Max bringt rund 279.000 Impressionen, 5.000 Klicks und 155 Conversions.

Die Mediane stammen aus unterschiedlich vielen Konten und beschreiben kein einzelnes Konto. Das Muster ist trotzdem eindeutig: Demand Gen kauft Reichweite, Performance Max und Shopping kaufen Nachfrage. Wie du einen tragbaren Klickpreis aus Marge und Warenkorb ableitest, zeigt der CPC-Rechner.

Demand Gen einrichten: die Vorgaben aus der Google-Ads-Hilfe

Google nennt für Demand Gen feste Mindestwerte bei Creatives, Budget und Conversions, an denen du dich beim Start orientierst. Die Schritte unten folgen der Google-Ads-Hilfe zu Demand Gen und den dort veröffentlichten Best Practices.

  1. 01

    Conversion-Tracking prüfen

    Google verlangt ein funktionierendes Conversion-Tracking mit geprüftem Google-Tag. Wie du das Tag sauber aufsetzt, steht in der Anleitung Google Tag Manager einrichten.

  2. 02

    Kanäle wählen

    Du legst fest, auf welchen Demand-Gen-Kanälen die Anzeigen laufen. Für den Start lässt du alle Kanäle aktiv und schaust später in die Kanalberichte.

  3. 03

    Zielgruppen aufteilen

    Google empfiehlt optimierte Ausrichtung für alle Kampagnen zur Neukundengewinnung, kombiniert mit Listen aus eigenen Daten. Für Remarketing und Bestandskunden empfiehlt Google eine eigene Anzeigengruppe.

  4. 04

    Creatives anlegen

    Als Mindestwert nennt Google je Kampagne eine Anzeige mit 3 Bildern im Hochformat, 3 quadratischen und 3 im Querformat sowie je 1 vertikalen, quadratischen und horizontalen Video.

  5. 05

    Produktfeed verbinden

    Für Angebots-Assets brauchst du einen Produktfeed aus dem Google Merchant Center.

  6. 06

    Gebot und Budget setzen

    Für Ziel-CPA oder Ziel-ROAS empfiehlt Google ein Tagesbudget von mindestens dem Zehnfachen des Ziel-CPA. Bei 44 € Ziel-CPA sind das mindestens 440 € am Tag.

  7. 07

    Erst nach 50 Conversions bewerten

    Google rät, die Leistung erst ab 50 Conversions zu beurteilen, und Anzeigengruppen mit weniger als 30 Conversions in 30 Tagen zusammenzulegen.

Rechne die 50 Conversions vor dem Start in Geld um. Beim Median von 43,98 € je Conversion brauchst du rund 2.200 €, bevor die Kampagne überhaupt bewertbar ist. Reicht dein Budget dafür nicht in einem Monat, lege Anzeigengruppen zusammen, statt viele kleine Gruppen parallel zu starten.

Welches Conversion-Ziel gehört in eine Demand-Gen-Kampagne?

Das Ziel bleibt der Kauf, und ein früheres Ereignis wie der Warenkorb gehört nur als kampagnenspezifisches Zielvorhaben in die Demand-Gen-Kampagne. Google empfiehlt in der Hilfe, Demand Gen auf einfache Conversion-Ereignisse wie „In den Einkaufswagen“ oder Websitebesuche zu optimieren.

Setzt du dafür den Warenkorb kontoweit auf primär, bieten auch Search, Shopping und Performance Max auf Warenkörbe. Genau diesen Fehler finden wir in Audits: In der Harucon-Auswertung von 41 Audits (Audits der letzten Jahre bis 2026) liefen in mindestens 19 von 41 Konten mehrere primäre Conversion-Ziele oder ein falsch eingestelltes Tracking, in 2 Konten stand „In den Einkaufswagen“ statt des Kaufs als primäres Ziel.

  • Kontoweit bleibt nur der Kauf primär.
  • Brauchst du für Demand Gen mehr Signale, legst du ein kampagnenspezifisches Zielvorhaben mit Kauf und Warenkorb an. Es gilt nur für diese Kampagne.
  • Bewertet wird trotzdem am Kauf und am Umsatz im Shop-Backend, nicht an der Zahl der Warenkörbe.

Wie primäre und sekundäre Aktionen zusammenspielen, erklärt die Seite zum Google Ads Conversion Tracking.

Demand Gen oder Performance Max?

Performance Max ist die bessere Wahl, wenn du Nachfrage aus Suche und Shopping abholen willst, Demand Gen, wenn du gezielt neue Menschen auf YouTube und in Feeds erreichen willst. Die beiden Typen unterscheiden sich vor allem im Inventar und in der Steuerung:

MerkmalDemand GenPerformance Max
InventarYouTube, Discover, Gmail, Displaynetzwerkzusätzlich Suche und Maps, mit Produktfeed auch Shopping-Anzeigen
Zielgruppenje Anzeigengruppe steuerbar, Remarketing in eigener GruppeZielgruppensignale als Hinweis für die Optimierung
KanäleAuswahl der Kanäle möglichGoogle verteilt selbst, der Kanalbericht zeigt die Leistung je Kanal
Median-ROAS im Snapshot1,08 (n = 12)2,30 (n = 31)
Kosten je Conversion (Medianrechnung)43,98 €19,36 €

Für die meisten Shops kommt Demand Gen erst dazu, wenn Search, Shopping und Performance Max profitabel laufen und der Umsatz über Nachfrage nicht weiter wächst. Eine eigene Remarketing-Anzeigengruppe mit Warenkorbabbrechern ist oft der günstigste Einstieg. Welche Listen du dafür brauchst, steht im Ratgeber zu Google Ads Remarketing.

Ob Demand Gen in deinem Konto Platz hat, entscheidet der Kanal-Mix und dein Break-even. So gehen wir als Google-Ads-Agentur vor: erst Nachfrage profitabel abholen, dann Reichweite kaufen und am Shop-Umsatz messen.

Häufige Fragen zu Demand Gen

Was ist Demand Gen in Google Ads?

Demand Gen ist ein Kampagnentyp für Bild- und Videoanzeigen auf YouTube einschließlich Shorts, in Discover, in Gmail und im Google Displaynetzwerk. Er erreicht Menschen, die gerade nicht aktiv suchen.

Wo laufen Demand-Gen-Anzeigen?

Laut Google-Ads-Hilfe auf YouTube einschließlich Shorts und YouTube-Suche, in Discover, in Gmail und im Google Displaynetzwerk. Die Kanäle wählst du in der Kampagne selbst aus.

Welchen ROAS erreicht Demand Gen?

Im Harucon-Konten-Snapshot von 38 Konten liegt der Median bei 1,08, die mittlere Hälfte zwischen 0,50 und 2,75. In 42 % der Konten mit Demand Gen lag der im Konto gemessene ROAS unter 1.

Wie viel Budget braucht Demand Gen?

Google empfiehlt für Ziel-CPA ein Tagesbudget von mindestens dem Zehnfachen des Ziel-CPA und eine Bewertung erst ab 50 Conversions. Beim Median von rund 44 € je Conversion sind das rund 2.200 € bis zur ersten belastbaren Aussage.

Wie viele Bilder und Videos brauche ich?

Google nennt als Mindestwert je Kampagne eine Anzeige mit je 3 Bildern im Hochformat, quadratisch und im Querformat sowie je einem vertikalen, quadratischen und horizontalen Video.

Ist Demand Gen besser als Performance Max?

Die beiden haben verschiedene Aufgaben. Performance Max holt auch Nachfrage aus Suche und Shopping ab, Demand Gen erreicht neue Menschen auf YouTube und in Feeds. In der Harucon-Auswertung kostet eine Conversion in Demand Gen im Median mehr als doppelt so viel.

Gehört Demand Gen in dein Konto?

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