Google Shopping einrichten: Anleitung für 2026

Google Shopping richtest du in zwei Konten ein: Im Google Merchant Center hinterlegst du Unternehmensdaten, Versand, Rückgabe und deinen Produktfeed, in Google Ads erstellst du die Kampagne. Die Konten verknüpfst du im Merchant Center unter Einstellungen. Danach erscheinen deine Produkte kostenlos in Produkteinträgen und bezahlt in Shopping-Anzeigen. Den größten Unterschied macht später die Struktur: Gruppier deine Produkte nach Deckungsbeitrag und gib jeder Gruppe ihren eigenen Ziel-ROAS.

Was du vor dem Start brauchst

Für Google Shopping arbeiten zwei Werkzeuge zusammen. Das Merchant Center hält deine Produktdaten, Google Ads kauft die Werbeplätze. Leg dir vorab diese fünf Dinge bereit:

WasWofür
Google-Konto mit Zugriff auf den ShopAnmeldung im Merchant Center und in Google Ads
Onlineshop mit Impressum, Versand- und RückgabeseiteGoogle prüft die Website vor der Freigabe
Produktdaten mit Preis, Verfügbarkeit, Bild und MarkeGrundlage des Produktfeeds
Versandkosten und RückgabebedingungenIn Deutschland sind Versandangaben Pflicht
Conversion-Tracking mit WarenkorbwertOhne Werte keine wertbasierten Gebote

Sobald das Merchant Center steht, zeigt Google deine Produkte laut eigener Hilfe kostenlos in Produkteinträgen: in der Google Suche, auf dem Shopping-Tab, in Google Bilder, Lens, Maps, YouTube und über Gemini. Shopping-Anzeigen mit festen Plätzen über den Suchergebnissen bekommst du erst mit einer Kampagne in Google Ads.

Schritt 1: Merchant Center einrichten

Neue Konten landen in der überarbeiteten Oberfläche, die Google zeitweise Merchant Center Next nannte. Die Einrichtung folgt vier Stationen:

  1. 01

    Konto erstellen

    Ruf die Anmeldeseite des Merchant Centers auf und melde dich mit deinem Google-Konto an. Nimm ein Konto, auf das dein Team dauerhaft Zugriff hat, und kein privates.

  2. 02

    Unternehmensinformationen eintragen

    Name des Shops, Adresse, Kundenservice-Kontakt und die Angabe, ob du online, im Ladengeschäft oder beides verkaufst. Nutzt du Shopify oder eine andere Plattform, gibst du das hier an.

  3. 03

    Website bestätigen und beanspruchen

    Mit der Bestätigung zeigst du Google, dass dir die Website gehört. Mit dem Beanspruchen verknüpfst du sie mit deinem Konto. Bestätigen kannst du über deine Shop-Plattform, ein HTML-Tag, eine HTML-Datei, den Google Tag Manager oder Google Analytics.

  4. 04

    Versand und Rückgabe hinterlegen

    Leg Versandkosten und Lieferzeiten für Deutschland an, entweder kontoweit in den Einstellungen oder je Produkt über das Attribut shipping. Ergänz die Rückgabebedingungen, damit Google Rückgabefrist und Kosten neben dem Produkt zeigen kann.

Prüf nach dem Speichern, ob die Versandkosten im Merchant Center genau denen im Checkout entsprechen. Weichen die Werte ab, kann Google die betroffenen Produkte ablehnen.

Schritt 2: Produktfeed anlegen

Der Produktfeed ist die Liste deiner Artikel mit allen Angaben, die Google für die Anzeige braucht. Im Merchant Center heißt jede Quelle Datenquelle. Du hast vier Wege, Produkte hineinzubekommen:

MethodeSo funktioniert esPasst für
Automatisch von der WebsiteGoogle liest strukturierte Daten deiner Produktseiten ausKleine Sortimente, schneller Start
Shop-Plattform oder AppShopify, Shopware oder WooCommerce übertragen den Feed per AppDie meisten Shops
Google Sheets oder DateiTabelle oder Datei, per geplantem Abruf regelmäßig aktualisiertEigene Feed-Tools, Feed-Optimierung
Merchant APIDein System spricht direkt mit dem Merchant CenterGroße Sortimente, häufige Preisänderungen

Laut Produktdatenspezifikation braucht jedes Produkt mindestens diese Attribute:

AttributInhaltHinweis
idEindeutige ArtikelnummerBleibt dauerhaft gleich
titleProduktnameMax. 150 Zeichen, wichtigste Begriffe vorn
descriptionProduktbeschreibungMax. 5.000 Zeichen
linkURL der ProduktseiteGleiche Domain wie die bestätigte Website
image_linkURL des HauptbildsOhne Werbetext und Wasserzeichen
availabilityLagerstatusMuss zur Produktseite passen
pricePreis mit WährungMuss zum Preis auf der Produktseite passen
brandMarkeFür neue Produkte erforderlich

Füll zusätzlich GTIN, Produktkategorie und die Felder custom_label_0 bis custom_label_4. Die Custom Labels sieht kein Kunde. Du nutzt sie, um Produkte in Google Ads nach eigenen Kriterien zu gruppieren, etwa nach Marge. Dazu mehr in der Struktur weiter unten.

Schritt 3: Google Ads verknüpfen und Tracking prüfen

Eine Shopping-Kampagne kannst du erst anlegen, wenn Google Ads auf dein Merchant Center zugreifen darf. So verknüpfst du beide Konten:

  1. Im Merchant Center links auf Einstellungen und dann auf Zugriff und Dienste klicken.
  2. Unter Apps und Dienste auf Dienst hinzufügen gehen und Google Ads wählen.
  3. Die Kundennummer deines Google-Ads-Kontos eintragen und die Anfrage senden.
  4. In Google Ads die Verknüpfungsanfrage bestätigen.

Prüf danach das Conversion-Tracking. Übergib den Warenkorbwert netto, also ohne MwSt. und ohne Versand. Sonst meldet Google Ads einen Umsatz, der mindestens 19 % über dem liegt, was dir bleibt, und jede wertbasierte Gebotsstrategie optimiert auf die falsche Zahl.

Schritt 4: Die erste Shopping-Kampagne

In Google Ads führt dich der Assistent durch die Standard-Shopping-Kampagne. Die Schritte laut Google Ads-Hilfe:

  1. 01

    Kampagne anlegen

    Auf das Pluszeichen und Neue Kampagne klicken, Zielvorhaben Umsatz und Kampagnentyp Shopping wählen.

  2. 02

    Merchant-Center-Konto wählen

    Die Auswahl lässt sich später nicht ändern. Mit einem Feedlabel grenzt du optional ein, welche Datenquellen die Kampagne bewirbt.

  3. 03

    Gebote, Budget und Priorität festlegen

    Gebotsstrategie und Tagesbudget eintragen. Die Kampagnenpriorität brauchst du, wenn mehrere Shopping-Kampagnen dasselbe Produkt bewerben.

  4. 04

    Standorte und Anzeigengruppe

    Deutschland als Standort wählen, dann die Anzeigengruppe benennen und bei Bedarf mit Produktgruppen eingrenzen. Zum Schluss die Kampagne veröffentlichen.

Für den Ziel-ROAS verlangt Google in Shopping-Kampagnen mindestens 15 Conversions in den letzten 30 Tagen. Starte deshalb mit „Conversion-Wert maximieren“ ohne Zielwert oder mit manuellen Geboten und stell auf Ziel-ROAS um, sobald die Daten reichen.

Statt Standard-Shopping kannst du Performance Max wählen. Beide greifen auf denselben Feed zu:

MerkmalStandard-ShoppingPerformance Max
WerbeflächenShopping-Plätze in Suche und Shopping-TabAlle Google-Kanäle inklusive YouTube, Display und Gmail
SteuerungProduktgruppen, Gebote, auszuschließende KeywordsAsset- und Listing-Gruppen, Google steuert die Verteilung
Benötigte AssetsNur der FeedFeed plus Texte, Bilder und Videos
StärkeKontrolle und klare SuchbegriffsdatenReichweite über alle Kanäle

Bewerben beide Kampagnentypen dieselben Produkte, entscheidet laut Google-Hilfe der Anzeigenrang, welche Kampagne ausgeliefert wird. Plan die Aufteilung deshalb bewusst, sonst konkurrieren deine Kampagnen um dieselben Suchen.

Kampagnenstruktur nach Marge

Die meisten Anleitungen enden mit einer Kampagne für alle Produkte. Dann gilt ein Ziel-ROAS für Artikel mit 60 % und mit 25 % Deckungsbeitrag. Google schiebt das Budget zu den Produkten mit dem meisten Umsatz, egal wie viel davon übrig bleibt.

Besser: Schreib die Margenklasse jedes Produkts in custom_label_0 und bau je Klasse eine eigene Kampagne oder Listing-Gruppe. Jede Gruppe bekommt ihren Ziel-ROAS aus dem Deckungsbeitrag, hier mit 10 % Zielgewinn gerechnet:

custom_label_0DeckungsbeitragBreak-even-ROASZiel-ROAS (10 % Gewinn)
marge-hoch60 %1,672,00 (200 %)
marge-mittel40 %2,503,33 (333 %)
marge-niedrig25 %4,006,67 (667 %)
Ziel-ROAS = 1 ÷ (Deckungsbeitragsquote − Zielgewinn)Gilt für Netto-Umsatz nach Retouren. Meldet dein Konto Brutto-Umsatz, rechne die Werte mit MwSt. und Retourenquote hoch.

Mit dieser Aufteilung darf das Budget bei margenstarken Produkten weiter gehen, während margenschwache Artikel nur laufen, wenn sie Gewinn tragen. Genau so arbeiten wir als Google Shopping Agentur:

Premium-Mode aus Italien.

Google Shopping nach Produktlabels segmentiert

Umsatz +90 %. Gleiches Budget.

ROAS 2,5 → 5,5 nach Neustruktur von Google Ads und Feeds

Häufige Fehler beim Einrichten

  • Preis im Feed passt nicht zur Produktseite: Oft nach Rabattaktionen. Google lehnt das Produkt ab, bis beide Werte übereinstimmen.
  • Versandkosten fehlen: In Deutschland verlangt Google Versandangaben, im Konto oder im Feed.
  • Website nicht beansprucht: Ohne Anspruch bleiben alle Produkte gesperrt.
  • Brutto-Umsatz im Tracking: Der ROAS in Google Ads wirkt 19 % besser, als er ist.
  • Brand-Suchen in der Hauptkampagne: Shopping-Anzeigen erscheinen auch bei Suchen nach deinem Markennamen. Diese Käufer kämen oft ohnehin. Trenn Brand und Non-Brand über auszuschließende Keywords.
  • Titel ohne Suchbegriffe: Der Titel bestimmt, bei welchen Suchen dein Produkt erscheint. Setz Produktart, Marke und wichtigste Eigenschaft nach vorn.

Shopping ist ein Teil deines Google-Auftritts. Wie Suche, Shopping und Performance Max zusammenspielen, prüft eine gute Google Ads Agentur im Ganzen. Wenn du Suchanzeigen und Shopping gemeinsam betreuen lassen willst, findest du hier, worauf es bei einer SEA Agentur ankommt.

Häufige Fragen zu Google Shopping

Was kostet Google Shopping?

Die Produkteinträge im Shopping-Tab und in der Suche sind kostenlos. Für Shopping-Anzeigen zahlst du pro Klick, die Höhe legst du über Gebotsstrategie und Budget in Google Ads fest.

Brauche ich für Google Shopping ein Google-Ads-Konto?

Für kostenlose Produkteinträge reicht das Merchant Center. Für bezahlte Shopping-Anzeigen brauchst du zusätzlich ein Google-Ads-Konto, das mit dem Merchant Center verknüpft ist.

Wie lange dauert die Einrichtung von Google Shopping?

Konto, Unternehmensdaten und Verknüpfung schaffst du an einem Tag. Danach prüft Google Website und Produkte, bevor sie ausgespielt werden. Plane dafür einige Tage ein.

Welche Angaben braucht ein Produkt im Feed?

Mindestens ID, Titel, Beschreibung, Link, Bildlink, Verfügbarkeit, Preis und bei neuen Produkten die Marke. GTIN und Produktkategorie verbessern die Zuordnung zu Suchanfragen.

Standard-Shopping oder Performance Max?

Standard-Shopping gibt dir mehr Kontrolle und Suchbegriffsdaten. Performance Max spielt über alle Google-Kanäle aus. Viele Shops nutzen beide und teilen die Produkte sauber auf.

Warum werden meine Produkte abgelehnt?

Die häufigsten Gründe sind abweichende Preise zwischen Feed und Produktseite, fehlende Versandangaben, eine nicht beanspruchte Website und fehlende Pflichtattribute. Das Merchant Center zeigt den Grund je Produkt an.

Läuft dein Shopping nach Marge?

Im Erstgespräch schaut Tobias mit dir auf Feed und Kampagnenstruktur und zeigt, wo Budget bei margenschwachen Produkten landet. 5 kurze Fragen, dann direkt zum Termin.

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