Amazon PPC: welcher ACOS sich nach Gebühren noch trägt

Amazon PPC ist Werbung auf Amazon, bei der du pro Klick zahlst, am bekanntesten sind Sponsored Products in den Suchergebnissen und auf Produktdetailseiten. Es gibt keine Monatsgebühr für die Werbung und kein von Amazon genanntes Mindestbudget, du legst Gebot und Tagesbudget selbst fest. Entscheidend ist der ACOS: Er muss laut Amazon unter deiner Gewinnspanne liegen. Nach 15 % Verkaufsgebühr bleiben im Beispiel unten 12,57 € je Bestellung, der Break-even-ACOS liegt bei 21,13 % vom Bruttoumsatz.

Was kostet Werbung auf Amazon?

Werbung auf Amazon kostet die Klicks, die du bezahlst, dazu kommen die Gebühren fürs Verkaufen auf Amazon. Auf der Preisseite von Amazon (Stand 28.10.2026) gilt:

  • Tarif Professionell: 39 € pro Monat ohne USt., unabhängig von der Stückzahl. Diesen Tarif brauchst du für Sponsored Products.
  • Tarif Einzelanbieter: 0,99 € ohne USt. je verkauftem Artikel, gedacht für weniger als 40 Artikel im Monat.
  • Verkaufsgebühr: ein Prozentsatz des Verkaufspreises, in den meisten Kategorien 8 bis 15 %, meist mit mindestens 0,30 € je Artikel.
KategorieVerkaufsgebühr laut Amazon
Computer, Unterhaltungselektronik7 %
Haushaltsprodukte8 % bis 20 €, 15 % über 20 €
Lebensmittel und Gourmet5 % bis 10 €, 15 % über 10 €
Kleidung und Accessoires5 % bis 15 €, 10 % von 15 bis 20 €, 15 % über 20 €
Bürobedarf, Schuhe, Spielzeug und Spiele15 %
alles andere15 %

Im Vergleich mit dem eigenen Shop fehlt die Verkaufsgebühr schnell in der Rechnung. Sie fällt bei jeder Bestellung an, auch bei der, die über eine Anzeige kam. Ob Amazon sie auf den Preis mit oder ohne Steuer rechnet, formuliert die Preisseite an zwei Stellen unterschiedlich. Das Beispiel unten rechnet vorsichtig mit dem Bruttopreis.

Welcher ACOS ist profitabel?

Profitabel ist ein ACOS, der unter deiner Gewinnspanne nach allen Amazon-Gebühren liegt. ACOS (Advertising Cost of Sales) teilt die Werbekosten durch den Werbeumsatz und ist der Kehrwert des ROAS.

ACOS = Werbekosten ÷ Werbeumsatz × 100Amazons Beispiel: 50 $ Werbekosten, 100 $ Umsatz = 50 % ACOS, das entspricht einem ROAS von 2
Was eine Amazon-Bestellung an Werbung kosten darf: 59,50 € Verkaufspreis59,5 €
Verkaufspreis brutto
−9,5 €
MwSt. (19 %)
−8,93 €
Verkaufsgebühr (15 %)
−20 €
Ware
−6 €
Versand oder FBA
−2,5 €
Retouren
12,57 €
Deckungsbeitrag = maximale Werbekosten
Beispielwerte: 19 % MwSt., 15 % Verkaufsgebühr auf den Bruttopreis, Ware, Versand bzw. FBA und Retouren als Annahmen. Setz die Werte aus deinem Seller Central ein.
eigener ShopAmazon
Verkaufspreis brutto59,50 €59,50 €
Deckungsbeitrag vor Werbung20,00 €12,57 €
Break-even-ACOS auf Bruttoumsatz33,61 %21,13 %
Break-even-ACOS auf Nettoumsatz40,00 %25,14 %
Break-even als ROAS (brutto)2,984,73

Dasselbe Produkt verträgt auf Amazon also deutlich weniger Werbekosten als im eigenen Shop, weil die Verkaufsgebühr einen Teil des Deckungsbeitrags vorab nimmt. Im eigenen Shop sind die 20 € aus 50 € netto und 60 % variablen Kosten gerechnet, die Zahlungsgebühr steckt darin. Leg ACOS und Marge immer auf dieselbe Basis: Zeigt dein Werbebericht Bruttoumsätze, vergleich mit der Brutto-Spalte.

Die 39 € Monatsgebühr deckst du mit rund drei Bestellungen ohne Werbekosten. Wie Retouren und MwSt. den Break-even im eigenen Shop verschieben, rechnet der Break-even-ROAS-Rechner mit deinen Zahlen durch.

Wie misst du, was Google Ads auf Amazon bewirkt?

Mit Amazon Attribution misst du, wie Kanäle außerhalb von Amazon zu Käufen auf Amazon beitragen, auch Google-Suchkampagnen. Laut Amazon Ads ist das Werkzeug kostenlos.

  • Wer es nutzen kann: Verkäufer im Tarif Professionell, die in der Amazon Brand Registry angemeldet sind, Anbieter, KDP-Autoren und Agenturen mit Amazon-Kunden. Du musst gesponserte Anzeigen nutzen.
  • Was es misst: Klicks, Detailseitenaufrufe, Warenkörbe, Käufe, verkaufte Einheiten, Umsatz und Marken-Neukunden.
  • Zeitraum: Amazon ordnet Käufe in einem Fenster von 14 Tagen zu.

Amazon-Bestellungen verwaltest du in Seller Central. Prüf, ob deine Shop-Anbindung sie ins Shop-Backend überträgt, sonst zählst du sie getrennt. Für die Gesamtsicht legst du beide Quellen nebeneinander: Umsatz im Shop plus Umsatz auf Amazon, geteilt durch alle Werbekosten. Wie du Werbung im eigenen Shop sauber zuordnest, steht im Ratgeber zum Google Ads Conversion Tracking.

Wann kommt Amazon für eine junge Brand an die Reihe?

Amazon kommt auf Stufe 4, wenn dein Produkt auf Amazon gesucht wird und deine Marge die Verkaufsgebühr plus Werbung trägt.

StufeKanalAufgabeStartbedingung
1Google Search und Shoppingvorhandene Nachfrage abholenKauf-Tracking läuft, Break-even-ROAS ist bekannt
2E-Mail-FlowsErstkäufer zu Wiederkäufern machenBestellungen gehen ein
3ein Reichweitenkanal: Meta, TikTok oder YouTubeneue Nachfrage erzeugenStufe 1 trägt sich, Creatives für mehrere Varianten liegen vor
4Microsoft Ads und Amazonzusätzliche Suchnachfrage, MarktplatzGoogle Search läuft profitabel, das Produkt wird auf Amazon gesucht

Für Microsoft gilt eine ähnliche Logik, dort überträgst du aber dein Google-Konto per Import, mehr dazu auf der Seite zu Microsoft Ads. Erzeugst du gerade erst Nachfrage, ist Instagram- und Facebook-Werbung die frühere Stufe.

Harucon betreut keine Amazon-Kampagnen. In der E-Commerce Beratung prüfen wir mit dir, ob Amazon bei deinen Margen in den Kanal-Mix gehört.

Häufige Fragen zu Amazon PPC

Was ist Amazon PPC?

Werbung auf Amazon mit Bezahlung pro Klick. Am verbreitetsten sind Sponsored Products, die einzelne Produkte in den Suchergebnissen und auf Produktdetailseiten zeigen.

Was kostet Werbung auf Amazon?

Die Klicks, die du per Gebot und Tagesbudget selbst steuerst. Für Sponsored Products brauchst du den Tarif Professionell für 39 € pro Monat ohne USt., dazu kommt je Verkauf die Verkaufsgebühr, meist 8 bis 15 %.

Was ist ein guter ACOS?

Laut Amazon gibt es keinen allgemein guten ACOS. Profitabel ist er, solange er unter deiner Gewinnspanne liegt. Im Beispiel mit 59,50 € Verkaufspreis und 15 % Verkaufsgebühr liegt die Grenze bei 21,13 % vom Bruttoumsatz.

Wie hängen ACOS und ROAS zusammen?

ACOS ist der Kehrwert des ROAS. 50 % ACOS entsprechen einem ROAS von 2, 25 % ACOS einem ROAS von 4.

Was ist Amazon Attribution?

Ein kostenloses Messwerkzeug von Amazon Ads. Es zeigt, wie Kanäle außerhalb von Amazon, etwa Google-Suchkampagnen, zu Käufen auf Amazon beitragen, mit einem Zuordnungsfenster von 14 Tagen.

Bietet Harucon Amazon PPC an?

Nein, Harucon arbeitet mit Google Ads, Shopping und Retention. Im Erstgespräch prüfen wir mit dir, ob Amazon für deinen Shop der richtige nächste Kanal ist.

Gehört Amazon in deinen Kanal-Mix?

Kanal-Check im Erstgespräch: Wir prüfen mit dir, welcher Kanal für deinen Shop zuerst Sinn ergibt. Tobias legt mit dir Shop-Marge und Amazon-Marge nebeneinander. 5 kurze Fragen, dann direkt zum Termin.

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