UGC Creator für Brands: Videos für Ads beauftragen, briefen und testen

Ein UGC Creator produziert für deine Brand Videos im Stil echter Kundenbeiträge, die du als Anzeigen und auf deinen eigenen Kanälen nutzt. Für dich als Brand zählen vier Schritte: Creator auswählen, präzise briefen, die Nutzungsrechte für bezahlte Werbung schriftlich festlegen und mehrere Varianten gegeneinander testen. Nennst du die Nutzungsarten im Vertrag nicht einzeln, bestimmt laut § 31 Abs. 5 UrhG der Vertragszweck, wie weit deine Rechte reichen. Schreib Plattformen, Dauer, Gebiet und Bearbeitung deshalb ausdrücklich hinein.

Was ein UGC Creator für Brands macht

Ein UGC Creator dreht im Auftrag einer Brand Videos, die aussehen wie Beiträge echter Nutzer, und überträgt der Brand die Rechte daran. Anders als ein Influencer bringt er keine eigene Reichweite mit, du bezahlst für das Video und die Nutzung.

MerkmalUGC CreatorInfluencerKunden-UGC
Wer veröffentlichtdu, auf deinen Kanälen und in Anzeigender Influencer auf seinem Kanalder Kunde auf seinem Kanal
Wofür du bezahlstVideo und NutzungsrechteReichweite und Videonichts oder einen Anreiz
Reichweite des Creatorsspielt keine Rolleentscheidet über den Preisspielt keine Rolle
Rechte für Anzeigenim Vertrag geregeltim Vertrag geregeltnur mit Zustimmung des Kunden

Für Werbung bringt UGC drei Dinge mit: ein Gesicht, das zeigt, wie das Produkt benutzt wird, das Hochformat der Feeds und eine Sprache, die nach Empfehlung klingt. Wie die Videos in deine Anzeigen passen, steht im Ratgeber zu Ad Creatives.

Wo UGC-Videos laufen: Formate laut Plattform-Doku

UGC-Videos laufen vor allem im Hochformat 9:16, das Google, Meta und TikTok für Video im Feed und in Kurzvideos anbieten. Die Vorgaben stammen aus den offiziellen Hilfeseiten der Plattformen, Stand 28.10.2026:

PlattformPlatzierungFormatVorgaben laut Doku
Google AdsPerformance Max, Demand Gen (YouTube, Shorts)9:16, 1:1 und 16:9Performance Max: mindestens 10 Sekunden, je Ausrichtung mindestens ein Video empfohlen
MetaInstagram Reels9:16, 1.440 × 2.560 Pixel14 % oben, 35 % unten und 6 % je Seite frei von Text, Logos und wichtigen Elementen
MetaFacebook Feed4:5, 1.440 × 1.800 PixelHochformat 4:5 statt 9:16
TikTokIn-Feed9:16 empfohlen, mindestens 540 × 960 Pixelbis zu 10 Minuten, höchstens 500 MB

Lass deshalb jedes Video im Hochformat drehen und halte Gesicht, Produkt und Text in der Mitte des Bildes. Aus einer 9:16-Fassung schneidest du 4:5 und 1:1 zu, umgekehrt fehlt dir Bildfläche. Bei TikTok bewerben Spark Ads ein bestehendes organisches Video, Bildunterschrift und Profilbild kommen dann vom Konto, das es veröffentlicht hat.

Was Meta und TikTok als Kanal für einen Shop leisten, erklären die Ratgeber zu Meta Ads für Onlineshops und zu TikTok Ads. In Google Ads laufen UGC-Videos vor allem in Demand Gen auf YouTube und Shorts.

UGC Creator finden und beauftragen

Du beauftragst einen UGC Creator am besten mit einem festen Leistungsumfang: Zahl der Videos, Hook-Varianten, Rohmaterial, Korrekturschleifen und Nutzungsrechte. So vergleichst du Angebote und vermeidest Nachverhandlungen.

  1. 01

    Ziel und Angle festlegen

    Leg fest, welches Problem das Video anspricht und für welche Kampagne es gedacht ist. Ein Video trägt einen Angle.

  2. 02

    Creator auswählen

    Such über UGC-Plattformen, Creator-Marktplätze oder unter deinen eigenen Kunden. Bewerte Probevideos nach den ersten Sekunden, nach Ton und Licht und danach, ob man der Person das Produkt glaubt.

  3. 03

    Angebot mit Leistungsumfang einholen

    Lass dir je Video nennen: Länge, Zahl der Hooks, Rohmaterial, Schnittfassung, Korrekturen und die Rechte, die enthalten sind.

  4. 04

    Produkt schicken und briefen

    Der Creator braucht das echte Produkt und ein schriftliches Briefing, bevor er dreht.

  5. 05

    Abnahme und Übergabe

    Prüf jedes Video gegen das Briefing und lass dir Rohmaterial und fertige Fassung in voller Auflösung übergeben.

Das Briefing für UGC-Videos: was hineingehört

Ein gutes UGC-Briefing legt Zielgruppe, Angle, Hooks, Beweis und Format fest und lässt dem Creator die Sprache. Diese Punkte gehören hinein:

  • Zielgruppe und Problem: wer das Video sieht und welches Problem er hat, in einem Satz.
  • Angle: genau ein Argument je Video, zum Beispiel Zeitersparnis oder Geschmack.
  • Drei Hook-Varianten: drei verschiedene Einstiege für die ersten Sekunden, der Rest des Videos bleibt gleich.
  • Produktbeweis: das Produkt in der Hand, in Benutzung und im Ergebnis zeigen.
  • Angebot und Handlungsaufforderung: was der Zuschauer jetzt tun soll.
  • Technik: 9:16, Safe Zones, Untertitel, Länge, Lieferung als MP4 oder MOV.
  • Grenzen: keine Aussagen, die du nicht belegen kannst, keine Wettbewerber, keine fremde Musik ohne Lizenz.

Wenn wir Creatives und UGC-Videos für einen Shop bauen, starten wir mit genau so einem Briefing, produzieren mehrere Varianten je Angle und testen sie gegeneinander. Für Google Ads übernehmen wir das als Google-Ads-Agentur mit Messung im Shop-Backend.

Nutzungsrechte für UGC: was im Vertrag stehen muss

Im Vertrag mit dem Creator müssen alle Nutzungsarten stehen, die du planst, weil das Urheberrecht beim Creator bleibt und du nur die vereinbarten Rechte bekommst. § 31 UrhG unterscheidet einfache und ausschließliche Nutzungsrechte und erlaubt, sie räumlich, zeitlich und inhaltlich zu beschränken. Sind die Nutzungsarten nicht einzeln bezeichnet, entscheidet nach § 31 Abs. 5 UrhG der Vertragszweck über den Umfang.

PunktWas du festlegst
Nutzungsartenorganische Posts, bezahlte Anzeigen, Website und Produktseite, E-Mail
PlattformenGoogle und YouTube, Meta, TikTok, weitere einzeln
DauerZeitraum der Nutzung, etwa 12 Monate oder unbefristet
GebietLänder oder Sprachräume
Art des Rechtseinfach (der Creator darf das Video auch anders verwerten) oder ausschließlich
BearbeitungSchnitt, Kürzen, Untertitel, neue Hooks, Kombination mit anderen Clips
Rohmaterialob du die ungeschnittenen Aufnahmen bekommst und nutzen darfst
Personen im Bildschriftliche Einwilligung aller erkennbaren Personen

Der letzte Punkt folgt aus § 22 Kunsturhebergesetz: Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung der abgebildeten Person verbreitet werden. Hat die Person für die Aufnahme ein Honorar bekommen, gilt die Einwilligung im Zweifel als erteilt. Tritt neben dem Creator eine weitere Person auf, holst du ihre Einwilligung ebenfalls schriftlich ein.

UGC-Videos testen: Varianten und Rechnung

Du testest UGC-Videos, indem du nur ein Element änderst, meist den Hook, und den Rest gleich lässt. Dann weißt du, warum eine Variante gewinnt. Wie viel ein besserer Hook wert sein kann, zeigt die Spanne der Klickraten in der Harucon-Auswertung von 37 Google-Ads-Konten (Mai bis Mitte August 2026, betreut oder im Audit).

CTR in Kampagnentypen mit Video und BildPerformance Maxn = 291,8 %Demand Genn = 151,69 %Displayn = 60,79 %Balken = Median, Linie = mittlere Hälfte der Konten (P25 bis P75)
Harucon-Auswertung von 37 Google-Ads-Konten (betreut oder im Audit), 01.05. bis 15.08.2026. Klicks je Impression, Median mit P25 bis P75, n = Zahl der Konten.
KampagnentypCTR MedianP25 bis P75Konten (n)
Performance Max1,80 %1,21 bis 2,53 %29
Demand Gen1,69 %0,88 bis 2,75 %15
Display0,79 %0,55 bis 1,06 %6

Für Demand Gen rechnet die folgende Tabelle die Spanne in Klicks und Conversions um, mit dem Median-CPM von 3,27 € (n = 12, Konten in Euro) und dem Median von 0,44 % Conversions je Klick:

Demand Gen, 3.000 € BudgetP25MedianP75
CTR0,88 %1,69 %2,75 %
Impressionen bei 3,27 € CPM917.431917.431917.431
Klicks8.07315.50525.229
Conversions bei 0,44 % je Klick3668111

Bei gleichem Budget und gleichem Tausenderpreis bringt das obere Viertel mehr als dreimal so viele Klicks wie das untere. Die Spanne stammt aus verschiedenen Konten und hängt auch an Produkt und Zielgruppe, das Creative ist aber der Hebel, den du selbst in der Hand hast. Deine eigene Klickrate prüfst du mit dem CTR-Rechner.

Zusätzliche Bestellungen bis Break-even = Produktionskosten des Videos ÷ Deckungsbeitrag je Bestellungje 100 € Produktionskosten bei 32 € Deckungsbeitrag: 3,1 Bestellungen

Hebt ein neuer Hook die CTR in Demand Gen vom Median auf das obere Viertel, steigen die Conversions im Beispiel von 68 auf 111. Sind das Käufe mit je 32 € Deckungsbeitrag, bringen die 43 zusätzlichen Käufe rund 1.380 € mehr. Zählt dein Konto weitere Conversions als Käufe, rechne nur mit den Käufen aus dem Shop-Backend.

Häufige Fragen zu UGC Creatorn

Was ist ein UGC Creator?

Ein UGC Creator produziert im Auftrag einer Brand Videos und Fotos im Stil echter Nutzerbeiträge. Die Brand veröffentlicht sie auf ihren eigenen Kanälen und in Anzeigen und bezahlt für Inhalt und Nutzungsrechte.

Was ist der Unterschied zwischen UGC Creator und Influencer?

Ein Influencer veröffentlicht auf seinem eigenen Kanal und wird für seine Reichweite bezahlt. Ein UGC Creator liefert nur den Inhalt, seine Reichweite spielt keine Rolle.

Was gehört in ein Briefing für UGC-Videos?

Zielgruppe und Problem, ein Angle je Video, drei Hook-Varianten, ein sichtbarer Produktbeweis, Angebot und Handlungsaufforderung, Technik wie Hochformat und Untertitel sowie Grenzen für Aussagen und Musik.

Welche Nutzungsrechte brauche ich für UGC in Anzeigen?

Die Rechte für bezahlte Anzeigen auf den geplanten Plattformen, für die geplante Dauer und das Gebiet, dazu das Recht zur Bearbeitung. Sind die Nutzungsarten nicht einzeln genannt, bestimmt nach § 31 Abs. 5 UrhG der Vertragszweck den Umfang.

Welches Format brauchen UGC-Videos?

Das Hochformat 9:16. Instagram Reels sehen laut Meta 1.440 × 2.560 Pixel vor, TikTok empfiehlt für In-Feed 9:16 mit mindestens 540 × 960 Pixel. Aus einer 9:16-Fassung kannst du 4:5 und 1:1 zuschneiden.

Wie teste ich UGC-Videos?

Ändere je Test nur ein Element, meist den Hook, und miss Klickrate und Käufe je Variante. Entscheide erst, wenn jede Variante genug Käufe hat, und bewerte am Deckungsbeitrag im Shop-Backend.

Wo bringen UGC-Videos deinem Shop am meisten?

Kanal-Check im Erstgespräch: Wir prüfen mit dir, welcher Kanal für deinen Shop zuerst Sinn ergibt. Tobias führt das Gespräch. 5 kurze Fragen, dann direkt zum Termin.

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